INFO: Papst Franziskus feiert heute Nachmittag um 17 Uhr im Petersdom die erste Vesper zum Hochfest der Gottesmutter Maria, gefolgt vom traditionellen Singen des Hymnus „Te Deum“ zum Abschluss des zivilen Jahres. An der liturgischen Feier nehmen die in Rom anwesenden Patriarchen, Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe und alle Mitglieder der Päpstlichen Kapelle teil. Am 1. Januar selbst begeht die katholische Kirche wie in jedem Jahr auch den „Welttag des Friedens“. In Gottesdiensten und anderen Zusammenkünften soll in geeigneter Weise auf dieses Thema und auf die Botschaft des Papstes, in der er traditionell gleich zu Beginn des Jahres auf die Dringlichkeit des Friedens in der ganzen Welt hinweist, eingegangen werden.
Die Botschaft, die der Papst jedes Jahr zum kirchlichen Welttag des Friedens am 1. Januar verfasst, ist regelmäßig seine wichtigste und umfassende Äußerung zum Thema Krieg, Frieden, Menschenrechte. Für den 58. Weltfriedenstag 2025 hat Papst Franziskus das Leitwort „Vergib uns unsere Schuld: gewähre uns deinen Frieden“ ausgewählt. Inspiriert sei das Motto „vor allem von den Enzykliken Laudato siʼ und Fratelli tutti, und den Begriffen Hoffnung und Vergebung, die im Mittelpunkt des kommenden Heiligen Jahres stehen: einer Zeit der Umkehr, die uns aufruft, nicht zu verurteilen, sondern Versöhnung und Frieden zu stiften.“ In dem Text fordert er einen Nachlass oder eine vollständige Streichung von Auslandsschulden für arme Länder; stattdessen sollten die entwickelten Staaten sich zu ihren „ökologischen Schulden“ bekennen. Zudem tritt Franziskus für eine völlige Abschaffung der Todesstrafe ein – und für eine Art Charta des Respekts vor dem menschlichen Leben. Seine Forderung, „wenigstens einen festen Prozentsatz des Rüstungsetats für die Einrichtung eines Weltfonds zu verwenden“, soll dazu dienen, „den Hunger endgültig zu beseitigen und in den ärmsten Ländern Bildungsmaßnahmen zu ermöglichen“.
Mit einem Begriff des hl. Johannes Pauls II. geißelt er „Strukturen der Sünde“, die sich „gewissermaßen verfestigt haben und auf einer weitreichenden Komplizenschaft beruhen“: Anheizen kriegerischer Konflikte, unmenschliche Behandlung von Migranten, Umweltverschmutzung, Fake News, Aufrüstung – ihnen müsse man sich nicht nur mit wohltätigen Maßnahmen hier und da, sondern mit „kulturellen und strukturellen Veränderungen“ entgegenstemmen. Mit klaren Worten verdammt der Papst eine „Logik der Ausbeutung“, die gleichermaßen zu Auslandsschulden wie zu ökologischen Schulden führe. Er fordert eine „Entwaffnung“ und „Abrüstung des Herzens“; der Schrei der Armen nach Gerechtigkeit und Solidarität müsse endlich gehört werden, gerade im bevorstehenden Heiligen Jahr. Wirklicher Friede entstehe nicht aus den „Spitzfindigkeiten von Verträgen oder menschlichen Kompromissen“. Hier die Papstbotschaft zum Weltfriedenstag im Wortlaut
Papst Silvester: In Papst Silvesters I. Regierungszeit ereignete sich die entscheidende Wende von einer christenfeindlichen zu einer völlig anderen Staatspolitik. Und er hätte wohl nie gedacht, dass er einmal rund um die Welt gefeiert werden würde: Denn Silvester, um die Mitte des 3. Jahrhunderts in Rom geboren und um 284 zum Priester geweiht, hatte noch die massive Christenverfolgung 303 bis 305 durch Kaiser Diokletian (284-305) erlebt, soll für einige Zeit im Exil auf dem Monte Soratte bei Rom gelebt haben. Als Papst Miltiades stirbt, wird Silvester am 31. Januar 314 zu dessen Nachfolger gewählt. Und trifft auf eine völlig veränderte Situation: Denn die Kaiser Konstantin (306-337) und Licinius (308-324) hatten ein Jahr zuvor in der Mailänder Vereinbarung allen Bürgern des Römischen Reichs Religionsfreiheit garantiert, im Westteil des Reiches förderte Konstantin sogar den neuen christlichen Kult. Damit vollzog sich zu Silvesters Regierungszeit eine entscheidende Wende von einer christenfeindlichen zu einer christenfreundlichen Staatspolitik und für die Kirche begann eine lange Zeit des Friedens. Silvesters Pontifikat wurde mit 21 Jahren das bislang achtlängste. Er bestätigte die Beschlüsse des Konzils von Nizäa, das sich 325 klar gegen die Ablehnung der Gottheit Jesu durch Arius wandte und das erste Glaubensbekenntnis festschrieb. In seiner Amtszeit wurde der von Kaiser Konstantin geförderte Bau von Sankt Peter über dem Petrusgrab in Rom in Angriff genommen, ebenso der des Laterans, und Silvester wurde zum Autor der römischen Liturgie. Er starb am 31. Dezember 335, wurde in der Priscilla-Katakombe an der Via Salaria in Rom beigesetzt und während der Langobarden-Einfälle im 8. Jahrhundert in die Kirche San Silvestro in Capite an der Piazza San Silvestro überführt. Als erster heiliger Papst, der nicht das Martyrium erlitt, wurde er 813 in den Heiligenkalender aufgenommen. Da sein Festtag auf den letzten Tag des Jahres fällt, wird sein Name mit den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel verbunden. Silvester ist Schutzpatron der Haustiere und wird um eine gute Futterernte und ein gutes neues Jahr angerufen.
Der Jahresanfang am 1. Januar wurde durch die Kalenderreform von Julius Cäsar 45 vor Christus vom 1. März vorverlegt. Gleichzeitig wurde im Römischen Reich einzelnen Monaten eine bestimmte Anzahl von Tagen zugeordnet und für jeweils vier Jahre ein sogenannter Schalttag eingefügt, um den Kalender mit dem Sonnenjahr in Einklang zu bringen. Auf die römische Zeiteinteilung, die auf Berechnungen der Ägypter und Babylonier beruht, geht auch der heutige Kalender im Wesentlichen zurück. Die durchschnittliche Dauer eines Jahres nach dem Julianischen Kalender war mehr als elf Minuten länger als das Sonnenjahr. Nach 128 Jahren betrug die Differenz zwischen Sonnen- und Kalenderjahr einen vollen Tag. Die von Papst Gregor XIII. durchgeführte Gregorianischen Kalenderreform von 1582, die sich nach und nach durchsetzte, glich dies durch die Neuordnung der Schalttage aus.
Unser Gesprächspartner: Monsignore Robert Kleine, Kölner Stadt- und Domdechant, 1967 in Neuss geboren, seit 1993 Priester, 1997-2004 Domvikar und Schulseelsorger an der Domsingschule. 2004 Leiter der Abteilung Erwachsenenseelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat, Diözesanfrauen- und Diözesanmännerseelsorger sowie Präses des Diözesanverbandes der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Seit 2006 Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat, 2012 Vorsitzender des Bildungswerks der Erzdiözese Köln und Domdechant, seit dem 1. September 2012 Kölner Stadtdechant und Vorsitzender des Caritasrates. Kontakt: Domkloster 3, 50667 Köln, Tel. 0221 / 92 58 47-70, E-Mail: presse@katholisches.koeln.
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