Vergebung

von Juergen Marx

Mittwoch, 10.01.2024

Sich die Hand reichen. Gar nicht so leicht. Vor allem nicht, wenn einer den anderen verletzt hat.
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Sich die Hand reichen. Gar nicht so leicht. Vor allem nicht, wenn einer den anderen verletzt hat. Foto: Pixabay

Margot Käßmann hat ein Buch geschrieben. Darüber, dass es gut tut, Neuanfänge zu wagen. Zum Beispiel mit Menschen, die einen vielleicht verletzt haben. Jürgen Marx hat mit ihr darüber gesprochen.

"Jeder Mensch hat in seinem Leben bestimmt eine verletzende Erfahrung gemacht, wo du denkst: kann ich das verzeihen? Kann ich mit diesem Menschen so noch weiterleben?"

Das sagt Margot Käßmann, die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie wirbt dafür, gegen allen Groll anzukämpfen und zu verzeihen. Jemandem vergeben kann ich nämlich ganz alleine. Nicht nur aus christlicher Nächstenliebe, sondern weil es befreit:

"Vergebung bedeutet auch für uns selber was. Manchmal hast du den Eindruck, du kannst dem Täter nicht vergeben, weil er keine Reue zeigt. Aber es macht auch was mit dir, wenn du vergeben kannst, weil du dich aus deiner Opferrolle befreist. Du bist dann nicht nur das Opfer eines Täters oder einer Täterin, sondern du bist ein freier Mensch, der die Freiheit hat zu vergeben."

Mittwoch, 10.01.2024