INFO: Bonn (KNA) Das Internetportal sternengucker.de spricht von einem astronomischen Feiertag: In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht der Strom der Sternschnuppen, die sogenannten Perseiden, das Maximum – und die Bedingungen, sie zu beobachten, sind so gut wie seit Jahren nicht: Kein Mondlicht stört die Beobachtung des auch als „Laurentiustränen“ bezeichneten Himmelsphänomens.
Zudem gibt es am selben Abend auch noch eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland. Der Mondschatten schiebt sich am kommenden Mittwoch in der Zeit zwischen 19.11 Uhr und 21.03 Uhr vor die Sonne. In der Mitte Deutschlands ist die Sonne vermutlich bis zu rund 90 Prozent verdeckt. Über Island, dem Atlantik und dem Norden Spaniens ist eine totale Sonnenfinsternis zu sehen.
Und das ist noch nicht alles: Als Sahnehäubchen lässt sich in den frühen Morgenstunden, kurz vor Sonnenaufgang des kommenden Mittwochs, eine sogenannte Große Planetenkonstellation aus sechs Planeten entdecken. Teilnehmer der Parade sind Jupiter, Merkur, Mars, Uranus, Saturn und Neptun. Für Uranus und Neptun ist allerdings mindestens ein Fernglas nötig, besser ein Teleskop.
Was die Perseiden angeht, gießt das Internetportal leoniden.net dennoch ein wenig Wasser in den Wein: 2026 sei eine eher unterdurchschnittliche Menge an Sternschnuppen zu erwarten. Das Maximum von etwa 100 Sternschnuppen pro Stunde tritt am Donnerstag (13. August) gegen sechs Uhr ein, nur einen Tag nach Neumond. Auch in den frühen Morgenstunden des Freitags sei ein Maximum zu erwarten, heißt es.
Die Astronomieexperten warnen aber vor falschen Erwartungen: „Es ist nicht möglich, auch nur annähernd 100 Sternschnuppen in einer Stunde zu sehen. Vielmehr sollte man sich glücklich schätzen, wenn man am genannten Morgen 20 oder 25 pro Stunde beobachten kann.“
Besonders gut lässt sich das Phänomen in Deutschlands Sternenparks beobachten, zum Beispiel im Nationalpark Eifel oder im Sternenpark Westhavelland. Auch laden viele Planetarien aus diesem Anlass zu „Langen Nächten der Astronomie“ ein. Etwa in Hamburg, wo es Vorführungen über die Sonnenfinsternis und die Perseiden gibt. Auch Teleskopbeobachtungen, bei denen die Sonne durch einen speziellen Filter beobachtet werden kann, sind möglich.
Dass der August die beste Zeit für Sternschnuppen ist, hat damit zu tun, dass die Erde um diese Zeit jedes Jahr die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt. Dabei rast sie in die winzig kleinen Trümmer, die der Komet auf seiner Bahn um die Sonne hinter sich lässt. Das Material tritt in die Erdatmosphäre ein, verglüht und lässt die Luft aufleuchten.
Sternschnuppen treten in der Regel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – das sind 216.000 Kilometer pro Stunde. Die kleinen Gesteinsbrocken verglühen in 80 bis 300 Kilometer Höhe.
Himmelsfunken aus dem Sternbild Perseus
Die Himmelsfunken scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, daher die Bezeichnung Perseiden. Im Volksmund werden sie auch als „Tränen des Laurentius“ bezeichnet, weil sie um den Namenstag dieses populären Heiligen am Montag zu sehen sind.
Der Märtyrer Laurentius soll am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Dabei soll der Heilige einerseits Tränen über die Sünden seiner Mitmenschen vergossen haben. Andererseits berichtet die Legende von einem unter Qualen lachenden Laurentius: Er soll dem Henker befohlen haben, ihn auf dem Feuer zu wenden. Seitdem galt Laurentius als Nothelfer für Brandverletzte und Fieberleidende sowie als Patron der Feuerwehrleute, Köche, Bäcker, Glasbläser und Köhler.
Realistisch sind Berichte, nach denen Laurentius als einer der sieben frühchristlichen Diakone in Rom für die Finanzen und die Armenfürsorge zuständig war. Nachdem Kaiser Valerian von ihm vergeblich die Herausgabe kirchlicher Güter verlangte, wurde er hingerichtet. Laurentius wurde zu einem der meistverehrten Heiligen. Über seinem Grab ließ 330 Kaiser Konstantin in Rom die Kirche San Lorenzo fuori le mura errichten.
Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am Laurentiustag 955 verbreitete sich der Kult noch stärker. Das Haupt von Laurentius lag bis zum Ausgang des Mittelalters in Mönchengladbach und heute im Vatikan. Der Laurentius-Tag erhielt darüber hinaus eine wichtige Bedeutung im Brauchtum. „Laurentiusbrot“ wurde gesegnet und an Arme verteilt, oft auch an das Vieh.
Im Bauernkalender ist Laurentius als erster „Herbstbruder“ angeführt, der den Anbau der Feldfrüchte des Herbstes ankündigt. Dem Laurentiustag wurde auch Bedeutung für das Wetter zugemessen. „Laurentius im Sonnenschein / wird der Herbst gesegnet sein“, heißt es im Bauernkalender.
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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de- Sonnenfinsternis: Wunderbares Universum

