Zum Nachlesen:
Ich sitze mit meiner Frau in der Notaufnahme der städtischen Kliniken in Dortmund. Die Sehkraft auf einem Auge hat nachgelassen und wir sind ins Krankenhaus gefahren. Plötzlich sagt sie: „Ich sehe jetzt immer weniger. Kannst du mal nachfragen, ob ich nicht schneller drankommen kann?“ Sie hat eine Netzhautablösung. Es folgte eine schnelle OP und eine langwierige Behandlung. Die Sehfähigkeit auf dem betroffenen Auge ist niedrig. Es dauert über ein halbes Jahr, bis ihr eine künstliche Linse eingesetzt wird. Diese zweite Operation wirkt Wunder: Die Sehkraft meiner Frau ist wieder ganz hergestellt.
Mir fällt mir eine biblische Heilungsgeschichte ein. Ein Blinder mit dem Namen Bartimäus begegnet Jesus und ruft ihm zu: „Herr, mach das ich wieder sehen kann“. Jesus heilt diesen Mann und erlöst ihn von seiner Blindheit. Er ist Jesus so dankbar dafür, dass er bei ihm bleibt. Ich frage mich. Wurde er blind wegen einer Netzhautablösung auf beiden Augen, die damals nicht behandelt werden konnte? Ich weiß es nicht. Mir wird klar, dass Bartimäus die gleichen Gefühle wie Sandra hatte: eine große Dankbarkeit, Licht, Farben und Menschen wieder klar zu erkennen. Was für eine Erlösung. Mir kommt Sandras Heilung wie eine persönliche Wundergeschichte vor. Auch wenn sie medizinisch zu erklären ist. Es ist wunderbar das heute Augenerkrankungen heilbar und behandelbar sind, die früher zur Blindheit geführt hätten. Dafür bin ich dankbar.
Carsten Griese von der Evangelischen Kirche für „Augenblick mal!“
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