INFO: 2005 erklärte die Generalversammlung der UN den 20. Dezember zum Welttag der Solidarität. Sie gehöre laut Vereinten Nationen zu den fundamentalsten und wichtigsten Werten der menschlichen Gesellschaft im 21. Jahrhundert (Resolution 60/209) und soll daran erinnern, dass die weltweiten wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und andere Probleme – von der Bewahrung des Friedens bis zum Klimawandel – nur gemeinsam gemeistert werden können. Dazu gehöre vordringlich vor allem, den wirtschaftlichen Aufschwungs in den Entwicklungsländern zu fördern, um die Armut zu bekämpfen. Auch die durch die immer öfter vorkommenden Naturkatastrophen absehbare Knappheit von sauberem Trinkwasser und Versorgung mit Nahrungsmitteln treffe am häufigsten und härtesten diejenigen, die bereits schon Not leiden. Dagegen gründete die Generalversammlung am 20. Dezember 2002 den Weltsolidaritätsfonds, der im Februar 2003 als Treuhandfonds des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen eingerichtet wurde. Mehr: https://www.un.org/en/observances/human-solidarity-day
Aktuelle Lage weltweit: Im Jahr 2024 gingen die weltweiten Ausgaben für humanitäre Hilfe erstmals seit drei Jahrzehnten zurück. Zugleich sank nach Angaben der Vereinten Nationen die Zahl der Menschen, die von der Hilfe tatsächlich erreicht werden konnten, um 60 Prozent, so meldete am 19.11.2025 die Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf. Weltweit waren 2024 nach Angaben des UN-Kinderhilfswerk Unicef vom selben Tag 295 Millionen Menschen in 53 Ländern von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen – 13,7 Millionen mehr als 2023. Mehr als 37,7 Millionen Kinder auf der Welt unter fünf Jahren litten unter akuter Unterernährung und über 400 Millionen leben laut in extremer Armut – annähernd jedes fünfte Kind, das mit weniger als drei US-Dollar am Tag auskommen muss. Multidimensionale Armut gehe oft mit finanzieller Armut einher, liege aber vor allem dann vor, wenn Kinder gravierende Entbehrungen in einem oder mehreren der sechs lebenswichtigen Bereiche Bildung, Gesundheit, Wohnen, Ernährung, Sanitärversorgung und Wasser erdulden müssten. Dem Bericht zufolge sind in Ländern mit mittlerem oder geringem Einkommen rund 417 Millionen Kinder von mindestens zwei dieser Einschränkungen betroffen, 17 Millionen sogar von vier und mehr. Doch habe es laut Unicef in den vergangenen Jahren auch durchaus große Fortschritte bei der Bekämpfung der weltweiten Kinderarmut gegeben. So sei die Zahl der Jungen und Mädchen, die in extremer monetärer Armut leben, von 2014 bis 2024 um knapp 19 Prozent gesunken. Der Anteil der Kinder in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die mit mindestens einer schwerwiegenden Entbehrung leben, ist von 51 Prozent im Jahr 2013 auf 41 Prozent 2023 zurückgegangen. Mehr: Informationen zum Internationalen Tag der Kinderrechte (20.11.), Unicef-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland
Spendenmonitor 2025: Nach dem aktuellen Deutscher Spendenmonitor 2025 zum Giving Tuesday am 2. Dezember 2025, veröffentlicht vom Deutschen Fundraising Verband (DFRV) gemeinsam mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), stiegen die Privatspenden um 300 Millionen auf 6,3 Milliarden Euro (ohne Großspenden von über 1.500 Euro). Die geschätzte Gesamtspendensumme in Deutschland beträgt 2024 laut DZI-Spendenindex 12,5 Mrd. Euro, die Spenderquote sank minimal von 50,2 Prozent auf 49,2 Prozent. Spender gaben in den letzten 12 Monaten durchschnittlich 187 Euro, das ist eine Steigerung um über 7 Prozent im Vorjahresvergleich. Wesentliche Faktoren beim Spenden sind Transparenz und Vertrauen in die Spendenorganisationen. Insgesamt engagieren sich 41 Prozent der Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Unter Spendern sind es sogar 53 Prozent, die gleichzeitig auch ehrenamtlich aktiv sind und einen konkreten Einblick in die Arbeit von Organisationen haben.
Caritas international: Das weltweit tätige Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes e. V. (DCV) hilft nach Naturkatastrophen und in Krisengebieten, „den Betroffenen unabhängig von deren Herkunft, Religion oder politischen Überzeugung“. Mit sozialen Projekten unterstützt die Organisation außerdem gezielt Menschen, die besonders schutzbedürftig sind: Kinder und Jugendliche, alte und kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderung. Caritas international hat ihren Sitz in Freiburg und half nach dem Jahresbericht 2024 im vergangenen Jahr 9.142.061 Menschen in 73 Ländern mit insgesamt 105,76 Mio. € an Hilfen in 626 Projekten in 73 Ländern. Der Deutsche Caritasverband ist mit seinem Hilfswerk Caritas international Teil der weltweiten Caritas-Konföderation Caritas Internationalis mit Sitz in Rom. Caritas international bildet gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe.
Unser Gesprächspartner: Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas international, wuchs in Stuttgart auf und nahm nach Abitur 1984 und Zivildienst im Krankenhaus 1986 in Freiburg im Breisgau das Studium der Katholischen Theologie und der Politikwissenschaft auf. In der Mitte seines Studiums verbrachte er einen Aufenthalt an der Pontificia Universidad Cathólica del Peru in Lima, wo er sich vor allem mit Praxis und Theorie der lateinamerikanischen Befreiungstheologie befasste. 1992 beendete er sein Theologie-Studium an der Albert-Ludwigs-Universität/Freiburg mit dem Diplom, 1993 folgte der Abschluss des Studiums der Politikwissenschaft mit dem Titel Magister Artium (M.A.). 1992 begann er seine berufliche Laufbahn als Referent für Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei Caritas international in Freiburg. Zu Beginn des Jahres 2000 übernahm Oliver Müller die Leitung des Projektreferats Europa bei Caritas international. Zu den Aufgaben gehörten die Wiederaufbauhilfen nach den Kriegen auf dem Balkan sowie der Aufbau sozialer Dienste in 15 Ländern Mittel- und Osteuropas. Parallel zu seiner Arbeit als Referatsleiter promovierte er an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Fach Christliche Gesellschaftslehre und wurde 2005 von der Theologischen Fakultät zum Dr. theol promoviert. In seiner Doktorarbeit „Vom Almosen zum Spendenmarkt“ widmete er sich den historischen und ethischen Wurzeln christlicher Spendenkultur.
Seit Herbst 2006 ist er Leiter von Caritas international, dem Not- und Katastrophenhilfswerk des Deutschen Caritasverbandes mit Sitz in Freiburg. Er verantwortet die Organisation und Durchführung der weltweiten Projektarbeit des Deutschen Caritasverbandes. Seine Tätigkeit für Caritas international führte ihn bislang in mehr als 60 Länder auf allen Kontinenten. Im November 2024 wurde er zudem als Mitglied in den Vorstand des Deutschen Caritasverbandes gewählt. Sein Ressort umfasst die Bereiche „Internationales, Migration und Katastrophenhilfe“. Er publiziert regelmäßig zu Fragen der Humanitären Hilfe und zu Fragestellungen des Globalen Südens. Seit 2014 ist Oliver Müller zertifizierter Stiftungsmanager (Deutsche Stiftungsakademie). Dr. Oliver Müller ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt bei Freiburg.
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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de- Der Internationale Tag der menschlichen Solidarität

