Pressemitteilung

Energiekrise und Kirche

  • 13.10.2022

INFO: Um Kirchengemeinden in Zeiten der Energie­krise zu unter­stützen, haben Mitarbei­tende aus den Fach­abtei­lungen Schöpfungs­verant­wortung und Bau im Seel­sorge­bereich des General­vikariates gemein­sam mit dem diözesan­über­greifen­den Netz­werk „Energie & Kirche“ ein Schreiben sowie eine Informations­sammlung zum Thema Energie­sparen in Kirchen und gemeind­lichen Gebäuden erarbeitet. Von Kirchen über Pfarr­zentren bis hin zu Verwaltungs­gebäuden besitzen Kirchen­gemeinden zahlreiche Gebäude und haben ein ent­sprechend hohes Energie­einspar­potential. Auf der Website der Abteilung Schöpfungs­verant­wortung finden sich deshalb ab sofort unter www.klima-kirche.de/energiesparen Informationen und Checklisten für alle Gebäude­typen. So kann mit Blick auf das Heizen in Pfarr­zentren z.B. kurz­fristig geprüft werden, ob alle Fenster dicht schließen oder alle Heiz­körper sich tat­sächlich erwärmen. Mittel­fristig bietet es sich an, Thermo­stat­ventile an den Heiz­körpern auf ihre Funktion zu testen und ggfs. auszu­tauschen sowie die Dämmung der Heizungs­rohre zu prüfen. Bei der Beleuchtung können zum Energie­sparen LED-Leucht­mittel eingesetzt sowie in Foyers, Fluren, Treppen­haus und WCs Bewegungs­melder insta­lliert werden. Besondere Berück­sichtigung in den Über­legungen finden Kirchen­heizungen, die vieler­orts mit fossilen Brenn­stoffen be­trieben werden. Es wird empfohlen, die Heizungen in diesem Winter nicht anzuschalten. Die Informations­sammlung zeigt sie übersichtlich die Unterstützungsmöglichkeiten des Erzbistums Köln mit Blick auf die Handlungsfelder „Gebäude & Energie“, „Biodiversität“, „Mobilität“, „Energiemanagement“, „Beschaffung“ sowie „Bildung und Pastoral“. Sie wird regelmäßig aktualisiert. Dort finden sich auch Termine zur digitalen Sprech­stunde. Mehr: www.klima-kirche.de .

KLIMA + KIRCHE GESPRÄCH. Sozial-Ökologische Mittagspause mit Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur: Von Oktober 2022 bis Oktober 2023 kann man sich einmal pro Monat während der Mittagspause kurz von den Gedanken prominenter Persönlichkeiten zum Thema Klima- und Umweltschutz inspirieren lassen. Im Rahmen des digitalen KLIMA+KIRCHE-Gesprächs spricht der Umweltbeauftragte des Erzbistums Köln, Christian Weingarten, 15 Minuten lang mit Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Die Gäste – von Claus Hipp (Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers Hipp) über Katja Dörner (Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn) bis zu Pater Jörg Alt SJ (Jesuitenpater und Klimaaktivist) – berichten Weingarten über ihren persönlichen Weg zur ökologischen Umkehr: Gab es ein bestimmtes Ereignis, das Sie zum ökologischen Handeln motiviert hat? Hat vielleicht auch Ihr christlicher Glaube ihren Einsatz für die Umwelt und das Klima gestärkt?
Am 17. Oktober ist um 12 Uhr Ottmar Edenhofer, Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zu Gast. Die Einwahldaten für das KLIMA+KIRCHE-Gespräch unter www.klima-kirche.de/gespraech . Für alle, die nicht live dabei sein können, ist das Gespräch auch im Nachgang als Video und als Podcast abrufbar.

Zum Teaser-Video von Christian Weingarten über das KLIMA+KIRCHE-Gespräch: https://mam.erzbistum-koeln.de/m/690e139fd5f56de7/original/Teaser-Klima-Kirche-Gesprach.mp4  

UN-Bericht Katastrophenfolgen: Die Welt ist bei der Klimaentwicklung laut Experten „in die falsche Richtung unterwegs“. Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre steige weiter an, heißt es im aktuellen UN-Bericht „United in Science 2022“ . Die Maßnahmen der Staaten zur Eindämmung des Klimawandels müssten vier Mal höher sein, um die globale Erwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, und sieben Mal höher, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens mit 1,5 Grad zu erreichen. Der von der Weltwetterorganisation WMO herausgegebene Report fasst aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Klima in einem Überblick zusammen. „Ohne ehrgeizige Maßnahmen werden die physikalischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels verheerend sein“, so der Bericht. Sogenannte Kipppunkte, an denen das Klimasystem eine unumkehrbare Entwicklung nehme, könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Folgen der Veränderungen, die Städte immer stärker zu spüren bekämen, überschnitten sich mit sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten. So wird erwartet, dass gerade die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen unter Extremwetterereignissen am meisten leiden. „Ein immer rascherer Klimaumschwung bedeutet, dass niemand vor Katastrophen wie Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen, extremen Stürmen, Flächenbränden oder dem Meeresanstieg sicher ist“, schrieb UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einem Vorwort. Dennoch nähre man die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Guterres rief nach einer „Revolution der erneuerbaren Energie“ und mehr Geld für Anpassungsmaßnahmen. Ein erster notwendiger Schritt seien Frühwarnsysteme. Der Bericht unterschiedlicher internationaler Forschungseinrichtungen zeichnet ein drastisches Bild der Klimaentwicklung. Demnach besteht bei den aktuellen klimapolitischen Maßnahmen eine 66-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Erderwärmung in diesem Jahrhundert zwischen 2,3 und 3,3 Grad liegen wird; wenn neue Zusagen voll umgesetzt werden, rechnen die Forscher mit einem Temperaturanstieg von immer noch 2,1 bis 3,0 Grad. In manchen Regionen könnten schon in wenigen Jahrzehnten eine höhere Temperatur und Feuchtigkeit Schwellenwerte erreichen, an denen „menschliche Arbeit im Freien nicht mehr ohne technische Hilfsmittel möglich ist“. In den 50er Jahren werden den Prognosen zufolge mehr als 1,6 Milliarden Menschen weltweit in Städten leben, in denen an drei Monaten regelmäßig mittlere Temperaturen von 35 Grad oder mehr herrschen. Extremwetterereignisse verursachen dem Bericht zufolge langfristige soziale und wirtschaftliche Kosten vor allem für arme und wenig krisenfeste Bevölkerungsgruppen; bereits jetzt lägen die Verluste aufgrund klimabezogener Katastrophen bei 202 Millionen US-Dollar pro Tag, hieß es. (KNA) Mehr: Neuer Bericht der UN-Universität nennt Lösungsansätze zur Reduzierung von Katastrophenfolgen ; „United In Science 2022: A multi-organization high-level compilation of the most recent science related to climate change, impacts and responses“: DOWNLOAD High resolution , Low resolution 

Kirche, Klima- und Umweltschutz: Die Deutsche Bischofskonferenz beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit ökologischen Fragen. Für die Grundlagenarbeit zu den Themen Klima und Umwelt ist die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (VI) zuständig. Wichtige Schriften der letzten Jahre haben sich u. a. mit dem Schutz der Biodiversität und des Bodens, mit dem Klimawandel und mit dem Umgang mit Energie befasst (s. Internetseite „Stellungnahmen“ ). Mehr auf der Themenseite Klima und Umwelt . Link: Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der deutschen (Erz-)Diözesen – AGU .

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