Pressemitteilung

Erwartung an den Advent

Von Sandra Sternke-Menne (ev.). Advent heißt warten: Warten auf die Geburt Jesu an Heiligabend. Aber viele machen aus der „Wartezeit“ eher eine „Zeit der Erwartung“ und schrauben ihre Wünsche und Hoffnungen dabei viel zu hoch

  • 28.11.2025
  • Max Testermann (Redakteur)

Nach kirchlichem Verständnis ist die Adventszeit eine Zeit von Buße und Umkehr und hat deshalb als liturgische Farbe violett. Doch was bedeutet eigentlich „Buße tun“? Zunächst einmal hat sie eine lange Tradition. Schon die Bibel erzählt davon. So berichtet zum Beispiel der Prophet Jona (Kap. 3, Verse 4-10) von den Menschen von Ninive, die in ihrer Bedrängnis Buße tun und ihr Leben umkrempeln, in der Hoffnung auf Gottes Gnade. Der Begriff „in Sack und Asche gehen“ findet hier eine Anlehnung, wenn Jona von „dem Sack der Buße“ berichtet.

Doch mit „Buße“ ist heute nach evangelischem Verständnis kein graues „in Sack und Asche gehen“ mehr gemeint, kein kleindenken und trauern. Buße – das bedeutet Umkehr, oder zunächst vielmehr ein Innehalten, Stillwerden und prüfen, ob das eigene Leben noch in den richtigen Bahnen verläuft. Martin Luther spricht von der Buße dann auch als von einem „fröhlichen Geschäft“! Denn da soll es Zeit geben für eigene Gefühle, für Kummer, der unterdrückt, für Fragen, die offen blieben – da soll bedacht werden, was den Menschen letztlich gut tut. Denn in aller Hektik, Geschäftigkeit und Schnelligkeit – oder auch nur im ganz normalen Alltag – bleibt manches von dem auf der Strecke, das wirklich zählt. Buße tun, das heißt Innehalten und manchmal auch Umdenken – zum Leben und zu Gott hin.

Daran erinnert bis heute zum Beispiel Mitte November auch der evangelische Buß- und Bettag. Er wurde zwar 1996 zur Finanzierung der Pflegeversicherung gestrichen und ist seitdem kein gesetzlich geschützter arbeitfreier Feiertag mehr, trotzdem wird er in der evangelischen Kirche nach wie vor mit Gottesdiensten gefeiert. Die Gemeinden folgen damit der Erkenntnis, dass jeder Mensch Zeiten braucht, in denen er innehalten und sich auf den Grund und das Ziel seines Lebens besinnen kann. Auch die sieben Wochen vor dem Osterfest (Passionszeit) und die Adventszeit sind Bußzeiten, in denen früher sogar gefastet wurde – Zeiten der Besinnung, der Umkehr und der Vorbereitung auf die kommenden Festtage: die Auferstehung Christi zu Ostern bzw. seine Geburt an Weihnachten.

--

Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Julia-Rebecca Riedel | Ev. Rundfunkreferat NRW | Kirche im Privatfunk | Tel.: 0151 - 57417207 | Mail: riedel@rundfunkreferat-nrw.de
Erwartung an den Advent
  • Erwartung an den Advent