Pressemitteilung

Festivalseelsorge

  • 29.07.2026
  • Stefan Klinkhammer (Redakteur/Moderator)

INFO: Münster (pbm/acl). Die Festivalsaison ist in vollem Gange. Tausende Menschen feiern bei Open-Air-Konzerten, campen auf Wiesen und genießen für ein paar Tage eine Auszeit vom Alltag. Zwischen Bühnen, Zelten und Menschenmengen sind immer öfter Seelsorgerinnen und Seelsorger unterwegs.
Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist längst ein eigenes Arbeitsfeld: die Festivalseelsorge. In der neuen Folge von „kannste glauben“, dem Podcast des Bistums Münster, erzählt Julia Hahn von diesem besonderen Angebot. Die Theologin promoviert derzeit an der Universität Münster zum Thema Festivalseelsorge und ist selbst leidenschaftliche Festivalgängerin.

Im Gespräch mit Moderatorin Ann-Christin Ladermann berichtet sie, warum Festivals weit mehr sind als Orte zum Feiern. Sie seien „verdichtete Lebensräume“, in denen Menschen nicht nur Gemeinschaft und Freiheit erleben, sondern auch mit existenziellen Fragen konfrontiert werden. Ob Zukunftsängste, Beziehungskrisen, Trauer oder Glaubensfragen – die Gespräche am Seelsorgezelt seien oft überraschend persönlich.
Dabei gehe es nicht darum, Menschen zu missionieren oder ausschließlich in Krisensituationen zu begleiten. „Viele sagen im Vorbeigehen: ‚Ich brauche keine Seelsorge – aber gut, dass ihr da seid‘“, erzählt Julia Hahn in der gut halbstündigen Folge. Genau darin sieht sie den Kern der Festivalseelsorge: präsent sein, zuhören und einen offenen Raum für Gespräche schaffen.

Die neue Folge von „kannste glauben“ mit Julia Hahn ist ab sofort auf allen gängigen Podcast- Plattformen sowie auf www.kannsteglauben.de abrufbar.

Kirche bietet Seelsorge und Rückzugsorte beim Wacken Open Air
Hamburg (KNA) Beim Wacken Open Air will die Nordkirche auch in diesem Jahr wieder Festivalbesuchern in schwierigen Situationen helfen. Bei dem Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Dorf Wacken sind vom 28. Juli bis 2. August rund 30 ehrenamtliche Seelsorger und Berater im Einsatz, wie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland mitteilte.
Das Team bietet demnach rund um die Uhr Gespräche, Beratung und Unterstützung an. Als Anlaufstellen dienen zwei Zelte und ein umgebauter US-Schulbus auf dem Festivalgelände. Der Bus soll als geschützter Raum und ruhiger Rückzugsort genutzt werden. Zudem seien Zweierteams auf dem Festivalgelände unterwegs.

Ergänzt wird das Angebot durch sogenannte Awareness-Teams. An sie können sich Menschen wenden, die sich unwohl fühlten, übergriffige Situationen erlebt hätten oder anderweitig Hilfe benötigten. «Die Betroffenen sollen einen möglichst sicheren Ort finden, an dem sie das Erlebte teilen können, wo Rückzug möglich ist und, falls nötig, nächste Schritte eingeleitet werden können», erklärte Landespastorin Katharina Schunck.
Nach Angaben der Nordkirche gehören Sozial- und Sonderpädagogen, Psychotherapeuten, Berater, Diakone und Pastoren zum Team. Konfession oder Kirchenzugehörigkeit spielten für das Angebot keine Rolle. Im vergangenen Jahr habe es rund 320 Gespräche und Kontakte gegeben. Die Festival-Seelsorge ist nach Kirchenangaben zum 16. Mal beim Wacken Open Air vertreten.

Auch die evangelische Kirchengemeinde in Wacken beteiligt sich am Programm. In der Dorfkirche soll am 29. Juli ein ökumenischer Metalgottesdienst mit einer Trauererinnerung stattfinden. Dabei wirkt auch die katholische Gruppe «Headbanger’s Church» aus dem baden-württembergischen Obergrombach mit. Anschließend ist ein Konzert der Band Visions of Atlantis geplant.  An mehreren Festivaltagen soll die Kirche zudem als ruhiger Rückzugsort geöffnet sein. Im vergangenen Jahr nutzten nach Angaben der Veranstalter rund 1.000 Menschen dieses Angebot. Das Wacken Open Air ist nach Angaben der Veranstalter das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Es findet jährlich in der schleswig-holsteinischen Gemeinde Wacken im Kreis Steinburg statt und zieht Zehntausende Musikfans aus zahlreichen Ländern an.

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de
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