INFO: Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann seine (Ex)Partnerin zu töten. Jede dritte Frau hat seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Zudem zeigte eine repräsentative Umfrage der Technischen Universität München zu häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie zeigt, dass sich die Risiken für Frauen erhöhten.
Mit dem „Orange Day“ machen die Vereinten Nationen weltweit auf die fortgesetzte Gewaltanwendung gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Orange ist die Farbe, die als Symbol für eine gewaltfreie Welt für Frauen und Mädchen steht. Viele Städte auf der ganzen Welt nutzen diesen Tag, um Bauwerke in orange anstrahlen zu lassen. Weltweit seien schätzungsweise 736 Millionen Frauen – fast jede dritte – mindestens einmal in ihrem Leben körperlicher und/oder sexueller Gewalt in der Partnerschaft, sexueller Gewalt ohne Partner oder beidem ausgesetzt gewesen: „Diese Geißel hat sich in verschiedenen Umgebungen verschärft, einschließlich am Arbeitsplatz und in Online-Räumen, und wurde durch die Auswirkungen nach der Pandemie, Konflikte und den Klimawandel noch verschärft.“
Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, erstmals 1981 begangen, markiert den Auftakt der UNiTE-Kampagne (25. November bis 10. Dezember), die am Tag des Internationalen Tages der Menschenrechte (10. Dezember) endet. Mehr: https://www.un.org/en/observances/ending-violence-against-women-day
An diesem Aktions- und Gedenktag finden bundes- und weltweit wieder Demonstrationen und Veranstaltungen statt, um darauf aufmerksam zu machen, aber auch zu sensibilisieren und ins Gespräch zu kommen. Auch in Mönchengladbach um 17 Uhr in der Innenstadt. Ein breites lokales Bündnis, darunter das SkF-MG und die Frauenberatungsstelle, organisieren diese Demonstration.
Gewalt gegen Frauen: Körperliche, seelische oder häusliche Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, Belästigung, Cybergewalt oder Stalking, Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung kommen in allen Gesellschaftsschichten vor. Erstmals hatte das Bundeskriminalamt (BKA) am 19. November 2024 eine eigene Auswertung zu frauenfeindlichen Straftaten vorgelegt. Die traurige Bilanz: Gewalt gegen Frauen hat fast überall zugenommen. So wurden 2023 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten (+1,0 Prozent, 2022: 929). Dies entspricht einem Anteil von 32,3 Prozent aller Opfer von Tötungsdelikten. Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, liegt bei 80,6 Prozent. Insgesamt wurden 360 Mädchen und Frauen Opfer vollendeter Taten. Demnach gab es 2023 beinahe jeden Tag einen Femizid in Deutschland. Rund 180.000 Mädchen und Frauen waren Opfer von häuslicher Gewalt, 17 Prozent mehr als 2019. Bei Sexualstraftaten betrug der Anstieg im selben Zeitraum 27 Prozent auf zuletzt rund 52.000 Opfer. Davon waren mehr als die Hälfte jünger als 18 Jahre. Die Statistik bezieht sich nur auf die Fälle, die Polizei oder Staatsanwaltschaft bekannt geworden sind. Zur BKA-Auswertung „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023“: https://bka.de/StraftatengegenFrauen2023.
Frauenhäuser in NRW: Bundesweit gibt es rund 350 Frauenhäuser, 100 Schutzwohnungen und mehr als 600 Beratungsstellen. In Nordrhein-Westfalen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt spezielle Schutz- und Beratungsangebote zur Verfügung, dazu gibt es landesgeförderte Frauenhäuser in allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit insgesamt 676 Schutzplätze und 717 Kinderplätzen. Nordrhein-Westfalen fördert neben den Frauenhäusern 62 allgemeine Frauenberatungsstellen und 56 Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt. Die Unterstützungseinrichtungen werden von autonomen Trägern oder Trägern der Freien Wohlfahrtspflege betrieben. Betroffene, ihre Angehörigen, Bekannte und Fachkräfte erhalten kostenlose, auf Wunsch auch anonyme Informationen zum Opferschutz und zur Strafverfolgung sowie Kontakte zu unterstützenden Einrichtungen und Anlaufstellen:
- 62 allgemeine Frauenberatungsstellen unterstützen durch psychosoziale Einzel- oder Gruppenberatung in schwierigen Problem- und Konfliktsituationen, vor allem nach erlittener Gewalt.
- 57 Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt stehen Frauen und Mädchen nach erlittener sexualisierter Gewalt mit akuter Krisenintervention, psychologischer Beratung und Begleitung zu Ärztinnen und Ärzten, Polizei und Gerichten zur Seite.
- 8 spezialisierte Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel kümmern sich um Betroffene und stellen bei Aussagebereitschaft gegen die Menschenhändler auch eine sichere Unterkunft.
- 2 Fachberatungsstellen gegen Zwangsheirat beraten Betroffene und deren Vertrauenspersonen anonym und in mehreren Sprachen.
Auch soziale Fachkräfte, die beruflich mit dem Thema befasst sind, können sich an diese Beratungsstellen wenden. Eine landesweit tätige Fachstelle zur Gewaltprävention und zum Gewaltschutz für Mädchen und junge Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankung „Mädchen – sicher – inklusiv“ des Mädchenhauses Bielefeld bietet Online-Beratung an und unterstützt betroffene Mädchen und junge Frauen unter anderem durch auf sie zugeschnittene Beratungsangebote und eine Weitervermittlung an spezifische Unterstützungs- und Hilfeangebote.
Schnelle Hilfe finden: Gewaltbetroffene Frauen können sich im Internet auf dem Opferschutzportal des Landes über die Schutz- und Beratungsangebote in Ihrer Nähe informieren oder rund um die Uhr an das Bundeshilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Rufnummer 116 016 wenden, wenn sie Hilfe benötigen. Das Opferschutzportal bietet viele Adressen auf https://www.opferschutzportal.nrw/formen-von-gewalt/gewalt-gegen-frauen
SkF-Frauenhaus in Mönchengladbach: Das vor 46 Jahren eröffnete Haus bietet Platz für acht Frauen mit ihren Kindern vor ihren gewalttätigen Partnern. Zur gemeinsamen Nutzung stehen Küche mit Essbereich, Wohnzimmer, Spielzimmer und ein Garten zur Verfügung. Im Keller können Waschmaschine und Trockner genutzt werden. Jede Frau bewohnt mit ihren Kindern ein eigenes Zimmer mit separatem Bad. Die Einrichtung ist Tag und Nacht für Frauen telefonisch erreichbar. Die Frauen und Ihre Kinder erhalten Beratung und Unterstützung bei medizinischen, rechtlichen, sozialen und psychischen Problemen, bei der Verarbeitung der erlebten Gewalt, bei der Wohnungssuche, im Umgang mit Behörden, Institutionen, Gerichten, Polizei, bei Kontaktaufnahme zu Ärztinnen, Anwältinnen, in Erziehungsfragen, in lebenspraktischen Fragen, bei der Arbeitsplatzsuche, bei der Suche nach Betreuungsplätzen und bei der Regelung des weiteren Schulbesuches der Kinder. Weitere Informationen zum Thema Frauenhaus im Flyer Frauenhaus – Ein Weg aus häuslicher Gewalt.
Der SkF Mönchengladbach bietet mit seinen Einrichtungen und Beratungsangeboten für Frauen, Familien und Kinder wichtige Hilfe – unabhängig von Konfession und Nationalität – und kostenlos. „Da sein, Leben helfen.“ – Diesem Leitsatz widmet sich der SkF, der Sozialdienst katholischer Frauen seit langem: 1906, als der von Franz Brandts mitgegründete „Volksverein für das katholische Deutschland“ Mönchengladbach zu einem Synonym für christliche Sozialreform machte, beschloss eine Gruppe hilfsbereiter Frauen den frauenspezifischen Notlagen der Stadt durch die Gründung eines Mönchengladbacher Ortsvereins im Verband des „SkF – Sozialdienst katholischer Frauen“ zu begegnen.
Kontakt: Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Lindenstr. 71 (Postadresse), 41063 Mönchengladbach, Tel. 02161 / 15449, Fax: 02161-912284, E-Mail: frauenhaus@skf-mg.de.
Sozialdienst katholischer Frauen e.V.: Birgit Kaatz, Vorständin, Am Steinberg 74, 41061 Mönchengladbach, Tel. 02161 / 6847-0, Fax: 02161 6847-129, E-Mail: kaatz@skf-mg.de, mehr auf: skf-mg.de
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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de- Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen

