Pressemitteilung

Karratschen? Schon mal gehört?

  • 27.03.2026


INFO: Das Schweigen der Glocken und Orgeln ab dem Gloria der Messe am Gründonnerstag symbolisiert die Trauer über den Tod Jesu. Das „Fasten für die Ohren“ allerdings wird seit Jahrhunderten durch einen alten Brauch ersetzt: Um die Menschen in dieser Zeit an Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern, werden hölzerne Klappern oder Ratschen verwendet, auch innerhalb der Liturgie: Klappern kommen anstelle der Altarglocken und -schellen z.B. bei den Prozessionen mit dem Allerheiligsten am Gründonnerstag und Karfreitag zum Einsatz. Der regional vom Rheinland bis Norditalien übliche Brauch wurde 2015 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe in Österreich anerkannt.

An vielen Orten ziehen meist die Messdiener auch am Samstagvormittag mit Ratschen, einem Bollerwagen und einer Sammelbüchse von Haus zu Haus, bringen die Ostergrüße, sammeln Ostereier, Süßigkeiten und Geld, das für Ausflüge und Fahrten verwendet wird.

Kar-Ratschen in Düsseldorf: Auch die Messdienerinnen, Messdiener und ihre Leiter in Düsseldorf-Oberkassel, Lörick und Heerdt in den Gemeinden Sankt Antonius, St. Benediktus, Maria Hilfe der Christen und St. Lambertus in der Altstadt ziehen am Karfreitag von 9 Uhr bis mittags mit knarrenden Holzratschen von Tür zu Tür durch die Ortsteile, um die Menschen an den Sterbetag Jesu zu erinnern und zur Mitfeier der Karfreitagsliturgie um 15 Uhr in St. Maria, Hilfe der Christen, Löricker Straße 35, einzuladen. Außerdem nutzen die Messdiener diese Aktion um Ostereier für die Agapefeier in der Osternacht, sowie Spenden für die Messdienerkasse zu sammeln. Von diesem Geld werden gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel Ausflüge und die Sommerfahrt, bezuschusst.

Für alle, die bereits zur Erstkommunion gegangen sind, steht die Gemeinschaft offen. Sie treffen sich einmal wöchentlich in den Gruppen zu ihren Aktivitäten, aber auch zum Üben des Messablaufs. Die Gruppenstunden finden im Canisiushaus (Friesenstraße 77, 40545 Düsseldorf) statt: Montag und Freitag 17:30 – 18:30 Uhr, Treffpunkt Seiteneingang der Kirche St. Antonius. Kontakt: Katholische Kirchengemeinde St. Antonius und Benediktus, Pastoralbüro: Friesenstr. 81, 40545 Düsseldorf (Oberkassel), Tel. 0211 / 577 900-0, Fax: 0211 577 900-20, E-Mail: pastoralbuero@santobene.de, Internet: www.santobene.de , Pfarrkirche: St. Antonius, Luegallee 61, Düsseldorf (Oberkassel), weitere Kirchen: St. Benediktus, Alt-Heerdt 1, Düsseldorf (Heerdt), St. Maria, Hilfe der Christen, Löricker Str. 37, Düsseldorf (Lörick), St. Anna, Kanalstraße 2, 40547 Düsseldorf (Niederkassel).

Palmsonntag und die Karwoche

Eine Woche vor Ostern feiert die Kirche den Einzug Jesu Christi nach Jerusalem, wo er seinem Leiden, Tod und seiner Auferstehung entgegenging, woran im Lauf der nun beginnenden Woche (Große Woche/Heilige Woche/Karwoche) gedacht wird. Seinen Namen hat dieser letzte Sonntag der Fastenzeit von den Palmen, mit denen die Gläubigen – ähnlich wie die Menschen damals in Jerusalem – Christus in einer gottesdienstlichen Prozession als Retter begrüßen. Am Palmsonntag beginnt eine Woche vor Ostern die „Karwoche“ (Große Woche/Heilige Woche/Karwoche). Das Wort „Kar” stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Trauer”, „Klage” oder „Kummer”. Der Palmsonntag vollzieht den in allen vier Evangelien beschriebenen triumphalen Einzug Jesu Christi nach Jerusalem nach. An sein dortiges Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung wird im Lauf der nun beginnenden Woche erinnert. Seit dem 4./5. Jahrhundert werden die biblischen Berichte über Leiden, Tod und Auferstehung Jesu immer mehr chronologisch nachvollzogen. Mit dem Beginn des 7. Jahrhunderts setzte sich in Spanien, Gallien und im deutschen Sprachraum seit dem 8. Jahrhundert der Brauch durch, das Einzugsgeschehen dramaturgisch-liturgisch nachzuahmen. Statt Palmen oder Ölbaumzweige führten die Gläubigen andere grüne Zweige mit. Im 11./12. Jahrhundert war die Palmsonntags-Prozession in vielen Teilen des Abendlandes Tradition. Im Mittelalter ritt ein Christus-Darsteller auf einem hölzernen Esel (Palmesel) in der Prozession mit. Die heutige Palmsonntagsliturgie am Eingang der Karwoche beginnt mit der Palmweihe außerhalb der Kirche: Im Wortgottesdienst der heiligen Messe wird dort erstmals der Bericht vom Leiden und Sterben Jesu („Passion”) gelesen. Es ist Brauch, die Palm-, Oliven- oder Buchsbaumzweige zuhause als segenbringende Zeichen am Kreuz zu befestigen.

Den Beginn der Karwoche am 29. März wird der Papst mit einer Palmsonntagsmesse um 10 Uhr auf dem Petersplatz begehen.

Der Einzug in Jerusalem nach Mk 11, 1-11: 1 Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte er zwei seiner Jünger voraus. 2 Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! 3 Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald wieder zurückbringen. 4 Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden und sie banden ihn los. 5 Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden? 6 Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte, und man ließ sie gewähren. 7 Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und er setzte sich darauf. 8 Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige (von den Büschen) ab und streuten sie auf den Weg. 9 Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! / Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! 10 Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, / das nun kommt. / Hosanna in der Höhe! 11 Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus.“

Der Ablauf der Kar- und Ostertage

  • Am Gründonnerstag(von althochdeutsch „greinen” = weinen) gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, und damit der Einsetzung der Eucharistie. Nach dem Gloria-Gesang im Gottesdienst verstummten Orgel und Glocken. Das mit der Fußwaschung gesetzte Zeichen Jesu wird in vielen Gemeinden mit jungen und älteren Gemeindemitgliedern nachempfunden. Nach der letzten Messfeier vor Ostern werden Blumenschmuck und Kerzen abgeräumt. In besonders gestalteten Betstunden oder im stillen Gebet gedenken die Gläubigen des Ölberggeschehens mit der Gefangennahme Jesu und dem beginnenden Leiden. An Gründonnerstag (2. April) feiert Leo XIV. vormittags mit in Rom anwesenden Kardinälen, Bischöfen und Priestern die Chrisammesse mit der Weihe der heiligen Öle im Petersdom. Um 17.30 Uhr folgt in der Lateranbasilika das Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu. An welchen Personen der Papst dabei die traditionelle Fußwaschung vollziehen wird, ist noch unbekannt. Sein Vorgänger Franziskus (2013-2025) nahm den Ritus teils an Geflüchteten und Häftlingen vor.
  • Der Karfreitagist der Gedächtnistag der Kreuzigung. Er wird als Fasttag und als Zeichen der Trauer in Stille begangen. Am Nachmittag – meist zur „6.Stunde“ um 15 Uhr – versammeln sich die Christen zum Wortgottesdienst mit Verlesung der Passionsgeschichte und zur Kreuzverehrung: Das mit einem violetten Fastentuch bedeckte Kreuz wird nach und nach enthüllt und durch Kniebeugen verehrt. Anschließend folgt eine Kommunionfeier. In vielen Gemeinden finden am Morgen des Karfreitags Kreuzwegandachten und Karfreitagsprozessionen statt. Der Karfreitag in Rom beginnt am 3. April um 17 Uhr mit einer Papstliturgie im Petersdom. Ab 21.15 Uhr meditiert Papst Leo XIV. mit mehreren Zehntausend Gläubigen am antiken Kolosseum über den letzten Leidensweg Jesu. Die Kreuzwegandacht, bei der Gläubige im Schein von Kerzen an den Weg des Leidens und Sterbens Jesu über 14 Stationen erinnern, zählt zu den eindrücklichsten Feiern der Kar- und Ostertage in Rom.
  • Am Karsamstag, dem Gedächtnistag der Grabesruhe des Herrn, finden keine Gottesdienste statt; die Altäre in den Kirchen sind ohne Kerzen und Blumen. Da der nächste Tag nach der Überlieferung immer schon am Vorabend beginnt, beginnt die feierliche Liturgie der „Feier der hochheiligen Osternacht“ am Abend nach Sonnenuntergang (Vigil / Nachtwache) oder vor der Morgendämmerung am frühen Ostermorgen zwischen 4 und 6 Uhr. Sie gliedert sich in die Lichtfeier (Segnung des Osterfeuers, Verzieren und Entzündung der Osterkerze (geschmückt mit Kreuz, fünf Weihrauchkörner als Zeichen der Wundmale und Jahreszahl), Einzug in die dunkle Kirche unter dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ oder „Christus, das Licht“, Exsultet/Osterlob), in den anschließenden Wortgottesdienst mit den Lesungen (drei bis sieben Texte aus dem Alten Testament), Antwortgesängen und Gloria, bei dem alle Glocken läuten und die Orgel wieder erklingt, zwei Lesungen aus dem Neuen Testament, Osterevangelium und Predigt, Allerheiligenlitanei, Taufe und Taufgedächtnis und die Feier der Eucharistie mit Kommunion in beiden Gestalten von Brot und Wein. Die Messe vollzieht so den Durchgang durch den Tod zum Leben sakramental nach. Vielfach schließt sich nach dem Segen eine Agape als gemeinsames Ostermahl an. Die Osternacht im Vatikan wird von Papst Leo XIV. am 4. April um 21 Uhr im Petersdom gefeiert.
  • Am Ostersonntag (5. April) feiert Papst Leo XIV. ab 10.15 Uhr die Ostermesse auf dem Petersplatz und erteilt anschließend um 12 Uhr auf der Loggia den traditionellen Segen „Urbi et orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“).
  • Am Ostermontag erinnern die liturgischen Texte an das Zusammentreffen der Emmaus-Jünger mit dem auferstandenen Christus.
  • Ostergottesdienste per Mausklick: Wo und wann wird eine Heilige Messe, ein Gottesdienst oder eine Andacht in der Karwoche oder an den Ostertagen gefeiert? Für alle, die in diesem Jahr nach Gottesdiensten in der Osterwoche suchen, bieten die evangelische und die katholische Kirche wieder den ökumenischen Gottesdienstservice. Ab sofort unter ostergottesdienste.de .
Karratschen? Schon mal gehört?
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