Pressemitteilung

Nikolaus - ein Actionheld

Von Stefan Klinkhammer (kath.) Ein bisschen unterschätzt wird er schon, der Mann auf dem Kalender heute: Gestern gabs vielerorts Süßigkeiten zu seinem Namenstag heute. Doch im Nikolaus steckt weit mehr, als mancher glaubt.

  • 06.12.2025
  • Stefan Klinkhammer (Redakteur/Moderator)

INFO: Am Dienstag, 2. Dezember 2025, startete das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend seine diesjährige Nikolausaktion. Mit dabei: Bundesfamilienministerin Karin Prien, der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch, Sängerin Maite Kelly, Ex-Fußballprofi und Stiftungsgründer Arne Friedrich, Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen, Fernsehmoderator Juri Tetzlaff und Bischof Nikolaus. Diesmal macht das Bonifatiuswerk unter dem Motto „Bessere Bildung. Gleiche Chancen.“ auf Ungerechtigkeiten im Bildungssystem aufmerksam.

Dass Gutes tun jeder kann, zeigen auch die zahlreichen „Orte guter Taten“, die rund um den Nikolaustag entstehen. Mit dem Claim „Tat.Ort.Nikolaus“ fördert das Bonifatiuswerk mehr als 64 derartige Initiativen in diesem Jahr in ganz Deutschland, an denen sich engagierte Menschen für zentrale christliche Werte wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft einsetzen. Der Aktionszeitraum läuft vom 1. bis 14. Dezember:

An der A45 bekommen Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer am 7. Dezember Besuch vom heiligen Nikolaus. Auf den Park- und Rastplätzen entlang der Autobahn in Mittelhessen verteilen Ehren- und Hauptamtliche der Pfarrei Zum Guten Hirten an der Dill in Kooperation mit der evangelischen Gemeinde Nikolaustüten, um ein Zeichen für eine Berufsgruppe zu setzen, die gesellschaftlich kaum Anerkennung erfährt. Besuch bekommen auch rund 500 vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) betreute Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf bei Berlin. Die „Tat.Ort.Nikolaus“-Aktion ist Teil der bundesweit bekannten Initiative „Weihnachtsmannfreie Zone“, die das Bonifatiuswerk bereits vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen hat. Ihr Ziel ist es, den heiligen Nikolaus mit seinen christlichen Werten wieder stärker in den gesellschaftlichen Blick zu rücken. Prominente Unterstützung erhält die Nikolausaktion neben der langjährigen Botschafterin Maite Kelly auch von Udo Lindenberg.

Hl. Nikolaus

Kaum ein anderer ist so populär, so bekannt und so beliebt: der Heilige Nikolaus. In der katholischen Kirche wird er häufig als „Nothelfer“ angerufen, die orthodoxen Christen bezeichnen ihn als „Wundertäter“. Geboren um 280/286, wurde er mit etwa 19 Jahren zum Priester geweiht und wenig später zum Bischof von Myra in der Region Lykien an der heute türkischen Mittelmeerküste ernannt – heute heißt der kleine Ort Demre und liegt etwa 100 Kilometer südwestlich der türkischen Großstadt Antalya. Zur Zeit der Christenverfolgung unter Galerius geriet Nikolaus um 310 in Gefangenschaft, wurde gefoltert und trat gezeichnet von Misshandlungen auf dem Konzil von Nizäa 325 auf, wo er für die Wesensgleichheit der drei göttlichen Personen eintrat. Weit verbreitete Legenden stellen ihn als Helfer in Hungersnöten und besonderen Freund der Kinder dar. Er starb an einem 6. Dezember zwischen 345 und 351 in Myra. Sein Kult entwickelte sich etwa 200 Jahre später in Griechenland und dann in den slawischen Ländern, im 8. Jahrhundert verbreitete er sich von Rom aus auch in Mittel- und Südeuropa.

In deutschsprachigen Ländern ist eine erste Nikolaus-Kirche zur Zeit Karls des Großen um 800 im münsterländischen Billerbeck nachgewiesen. Doch ist der entscheidende Schub zur Nikolausverehrung dem ottonischen Kaiserhaus zu verdanken: Sein Kult kam durch die Heirat von Kaiser Otto II. (961-983) mit der gebürtigen Griechin Theophanu besonders ins Rheinland. Die Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes begann nach dem Tod des Kaisers ab 983 ein reges Bauprogramm mit Bauleuten aus ihrer Heimat und regierte als Kaiserin das Reich stellvertretend für ihren noch unmündigen Sohn Otto III. (Re­gie­rungs­zeit 996-1002). Als sie am 15. Juni 991 in Nimwegen starb, bestand im Valkshof, dem Ort der Kaiserpfalz, bereits eine weitere Nikolaus-Kapelle. Ihr Sohn stiftete 996 die spätere Reichsabtei Burtscheid im süd­li­chen Stadt­ge­biet des heu­ti­gen Aa­chen und stellte sie unter den Schutz des hl. Nikolaus – wohl auch als Reverenz an seine griechische Mutter. Von den ersten Orten der Verehrung aus verbreitete sich der Nikolauskult in viele deutsche Landschaften: Um das Jahr 1000 ist die Nikolausverehrung im Moselgebiet in Traben-Trarbach verbreitet und 1018 sind Nikolausreliquien im Kloster Maxim in Trier nachgewiesen, von wo sie später Echternach erreichen. Die Ottonin Mathilde, verheiratet mit dem Pfalzgrafen Ezzo von Lothringen, stiftete 1024 die Abtei Brauweiler im heutigen Rhein-Erft-Kreis und ließ sie ebenfalls dem hl. Nikolaus weihen. Über 2.200 weitere Kirchen wurden zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert diesseits der Alpen nach dem Heiligen Nikolaus benannt.

Die ursprünglichen Reliquien des Bischofs aber verschwanden 1087 aus seiner Grabeskirche in Myra: Als der oströmische Kaiser das Gebiet nicht mehr kontrollieren konnte, wurden die Gebeine durch Kaufleute aus dem süditalienischen Bari gestohlen. Sie trafen am 9. Mai in ihrer Heimatstadt – der Tag wird heute noch dort als großes Fest gefeiert und Nikolaus wird heute in der Krypta der Basilika San Nicola verehrt.

Der im 10. Jahrhundert entstandene Brauch, dass der Nikolaus am Tag der „Unschuldigen Kinder“ (28. Dezember) die Kinder besucht und mit Gaben beschenkt, geht auf die Klosterschulen zurück, bei denen ein Kind einen Bischof darstellte. Erst im 13. Jahrhundert verlegte man die Übung auf den Todestag des heiligen Nikolaus am 6. Dezember. Dargestellt wird er als Bischof mit drei Goldkugeln, drei Broten, drei Steinen oder Pökelfass mit drei Knaben sowie mit Schiffen. Er ist vor allem Patron von Russland, Lothringen; der Kinder, der Schüler, Studenten und Schiffer. Mehr zum echten Nikolaus: www.bischof-nikolaus.de, www.nikolaus-von-myra.de.

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken: Das 1849 von Laien noch unter dem Namen „Bonifatius-Verein“ in Regensburg gegründete Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken ist von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt. Das Hilfswerk mit Sitz in Paderborn unterstützt Katholiken, die weit verstreut als Minderheit unter Anders- und Nichtglaubenden leben, vornehmlich in Ost- und Norddeutschland, Skandinavien, Estland und Lettland. Jedes Jahr führt das Bonifatiuswerk den traditionellen Diaspora-Sonntag durch, an dem in allen Gemeinden Deutschlands für die Arbeit des Bonifatiuswerks gesammelt wird.

Mit 10,4 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk im Finanzjahr 2024 Christinnen und Christen in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora unterstützt. Damit hat sich die Fördersumme im Vergleich zum Vorjahr um fast 750.000 Euro erhöht. Mit dem Geld wurden 1.117 Projekte gefördert – ähnlich viele wie 2023 (1.123). Das Geld fließt in den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, Klöstern, Jugend-und Bildungshäusern, katholischen Schulen und Kindergärten, religiöse Kinder-und Jugendfreizeiten sowie Projekte der Glaubensweitergabe sowie pastorale und sozial-karitative Projekt. Ein wichtiger Akzent seiner Arbeit liegt inzwischen auch auf der Förderung katholischen Lebens hierzulande. Denn die Kirchenzugehörigkeit schwindet, Religion und christlicher Glaube verlieren ihre gesellschaftliche Bindekraft, die finanziellen und personellen Ressourcen werden geringer.

Anschrift / Kontakt: Kamp 22, 33098 Paderborn, Postfach 11 69, 33041 Paderborn, Tel. 05251/ 29 96-0, Fax 05251 / 29 96 / 88, E-Mail: info@bonifatiuswerk.de, Internet: https://www.bonifatiuswerk.de.

Unser Gesprächspartner: Julian Heese, Bereichsleiter Missionarische und diakonische Pastoral, Tel. 05251 29 96-50, E-Mail: julian.heese@bonifatiuswerk.de

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de
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