Pressemitteilung

Opas Taschenmesser

  • 28.05.2026


 

Der ganze Beitrag zum Nachlesen:

 

Mein Freund Jens erzählt von einem Aufenthalt am Rastplatz irgendwo in Frankreich. Sommer, Pause, Kaffee. Soweit so normal, doch dann liegt da im Gras ein Taschenmesser. Jens ist baff. Es ist das alte Taschenmesser seines Opas – Jens hat es vor fünf Jahren genau hier verloren – beim Rasten auf dem Weg zu einer Jugendfreizeit.

Wow, denke ich in einer Mischung aus Ungläubigkeit und Hoffnung. Dieses spezielle Gefühl habe ich nur, wenn ich das Ende von einem Film nicht glauben kann – oder eben, wenn etwas ganz außergewöhnliches passiert.

Ich denke über Dinge nach, die ich verloren habe. Meinen Handschuh, der irgendwo im Wald liegen muss. Das Gespräch mit meiner Oma, das offengeblieben ist.

Das macht mich auf eine Art traurig und ich frage mich, gibt es solche Taschenmesser-Momente auch in meinem Leben?

Natürlich weiß ich: Das ist kein System. Kein tiefer Plan, auf den man sich verlassen kann. Und trotzdem macht mir die Geschichte von Jens auf eine andere Art auch Hoffnung. Es muss nicht immer alles endgültig weg und verloren sein. Manche Dinge liegen einfach eine Zeit im Gras. Manchmal findet man sich wieder. Denn Zeit trennt nicht nur, manchmal führt sie auch wieder zusammen.

Sebastian Richter von der evangelischen Kirche für „Augenblick mal!“

 

Opas Taschenmesser
  • AM260528