INFO: Innerhalb von zehn Tagen wird Papst Leo XIV. bald vier afrikanische Länder besuchen. Erste Station werden Algier und Annaba in Algerien sein. Vom 13. bis zum 15. April will er dort auf den Spuren des heiligen Augustinus wandeln. Der Papst, der früher Leiter des Augustinerordens war, äußerte bereits im Dezember den Wunsch, die dortigen, mit dem Kirchenvater verbundenen Orte zu besuchen. Anschließend reist Leo XIV. in den zentralafrikanischen Staat Kamerun und wird Menschen in Yaoundé, Bamenda und Douala treffen. Am 18. April folgt Angola: Neben der Hauptstadt Luanda wird Leo XIV. den katholischen Wallfahrtsort Muxima und die Stadt Saurimo im Nordosten besuchen. Letzte Station ist der einzige spanischsprachige Staat Afrikas: Äquatorialguinea. Vom 21.-23. April macht er Halt in den Städten Malabo, Mongomo und Bata.
Papst in Algerien: Es ist der erste Besuch eines Papstes in dem mehrheitlich muslimischen Land, aus dem im 2. Jahrhundert bereits frühe Christen überliefert sind. Neben drei Päpsten (Victor, Miltiades und Gelasius) sowie zahlreichen Heiligen, die hierher stammen, gehört vor allem der heilige Bischof Augustinus von Hippo zu den ersten Glaubenszeugen. Von 13 ehemaligen Diözesen existieren heute noch vier, darunter das rund 110 000 Quadratkilometer große Bistum Constantine-Hippone in der drittgrößten Stadt Algeriens im Nordosten des Landes. Auf dem Gebiet des Bistums befindet sich auch die frühere Bischofsstadt des heiligen Kirchenvaters Augustinus, Hippo Regius, das heutige Annaba. Bereits als Generalprior des Augustinerordens war der heutige Papst zweimal dort zu Gast, unter anderem zu einer Konferenz über den heiligen Augustinus sowie zur Wiedereröffnung der Basilika in Annaba. Er wird in Algerien zunehmend als Teil des kulturellen Erbes wahrgenommen, obwohl Christen in Algerien nur eine sehr kleine Minderheit sind. Schätzungen zufolge leben in dem nordafrikanischen Land nur einige Zehntausend Katholiken unter einer überwiegend muslimischen Bevölkerung. Besonders durch politische Umbrüche und Konflikte in den 1990er-Jahren haben viele Christen das Land verlassen, dafür aber sind zunehmend viele junge Christen aus Ländern südlich der Sahara als Studierende nach Algerien gekommen.
Kirche in Algerien: https://eglise-catholique-algerie.org , Papstbesuch in Algerien: https://eglise-catholique-algerie.org/visite-pape-leon-xiv-algerie/
Papst ist Augustiner: Papst Leo XIV. gehört zum Orden der Augustiner, einem traditionsreichen katholischen Orden mit mehr als 750-jähriger Geschichte. Der Ordo Fratrum Sancti Augustini (OSA) geht in seiner geistlichen Ausrichtung auf den Kirchenvater Augustinus von Hippo (354-430) zurück, der eine Ordensregel verfasste, die als die älteste der westlichen Kirche gilt. Die eigentliche Gründung des heutigen Ordens erfolgte 1256 durch Papst Alexander IV. mit der Bulle Licet Ecclesiae, die mehrere bereits nach der Regel des heiligen Augustinus lebende Eremitenverbände vereinigte. Das sollten sie aber nun nicht mehr in der Einsamkeit, sondern in den Städten tun und das Wort Gottes durch Predigt und Schriftauslegung verkünden. Mittelpunkt des wissenschaftlichen Strebens im Orden war das 1259 gegründete Pariser Kloster mit seinem später der Universität eingegliederten Studienhaus. Im Augustinerorden gab es keinen Statusunterschied zwischen Priestern und Laienbrüdern und bereits Ende des 13. Jahrhunderts war er in bis zu 24 Provinzen organisiert, mit Klöstern von Irland bis Zypern, Zentren des Ordens waren unter anderem Erfurt, Köln, Wien und Paris. Während der Blütezeit im 16. Jahrhundert unterhielt der Orden rund 2.000 Mönchs- und 300 Frauenklöster mit etwa 35.000 Mitgliedern.
Besonders beliebt wurde der Orden im deutschen Sprachraum. Hier wurde 1256 das erste Kloster namens Marienthal in der Nähe von Wesel im Wald beim Dörfchen Beylar gegründet und Ende des 13. Jahrhunderts gab es bereits etwa 80 Klöster. Wirkmächtigster Augustiner-Eremit wurde Martin Luther (1483-1546). Er trat 1505 dem Erfurter Augustinerkloster bei. Die Reformation führte allerdings in Deutschland zur Auflösung zahlreicher Konvente des Ordens: Insgesamt gingen von 160 Augustinerklöstern der deutschen Provinzen, zu denen auch die heutigen Niederlande gehörten, 69 dem Orden verloren. Im 18. Jahrhundert erlebte der Orden seine größte Ausdehnung. Um 1750 gab es etwa 20.000 Mitglieder, die in 1.500 Konventen lebten. Hinzu kamen etwa 200 Nonnenklöster, in denen die Bewohnerinnen ein kontemplatives Gebetsleben führten.
In der französischen Revolution und der durch Napoleon seit 1802 in Deutschland veranlassten Säkularisation erlitt der Orden dann vernichtende Verluste. Aus den „Augustiner-Eremiten“ wurden 1963 die „Augustiner“. 1979 hatte der Orden 28 Provinzen mit 483 Häusern. Heute ist der Augustinerorden weltweit in rund 50 Provinzen, Vikariaten und Delegaturen organisiert. Etwa 2.600 Ordensmitglieder engagieren sich in Seelsorge, Bildung, Mission und wissenschaftlicher Arbeit. Wichtige akademische Einrichtungen sind das „Institutum Patristicum Augustinianum“ in Rom, die Universität Villanova in den USA sowie das Augustinus-Institut in Würzburg. In Deutschland gibt es derzeit acht Konvente, wobei nur sieben der Deutschen Augustinerprovinz zugeordnet sind: Kloster Würzburg mit den Konventen St. Augustin (seit 1279) und Maria vom Guten Rat (seit 2008), Kloster St. Michael Münnerstadt, seit 1652 (vorher 1279–1525), Konvent St. Josef Münnerstadt, seit 1902, Kloster St. Rita Berlin-Reinickendorf, seit 1929, Kloster Maria Eich Planegg, seit 1953, Konvent St. Martin von Tours Erfurt, seit 2019, Gästehaus Zwiesel, seit 1962 (dem Regionalvikariat Österreich zugeordnet). Provinzial der Augustiner in Deutschland ist seit 2019 Lukas Schmidkunz, der die Leitung von Alfons Tony nach dessen regulärer achtjähriger Amtszeit übernommen hatte.
Augustinus von Hippo, (* 13.11.354 in Thagaste, heute Souk Ahras in Algerien; † 28.8.430 in Hippo Regius, heute Annaba), gilt als einer der bedeutendsten christlichen Kirchenlehrer und wichtigster Philosoph zwischen Antike und Mittelalter. Er studierte Grammatik, Dialektik, Rhetorik und Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik, schloss sich mit 16 einer Straßenbande an, begann mit 17 in Karthago – dem heutigen Tunis – ein Jurastudium und wurde Vater eines unehelichen Sohnes. 13 Jahre lang lehrte er als Professor für Rhetorik in seiner Heimatstadt Thagaste in Nordafrika, kam dann über Rom 384 nach Mailand, damals Hauptstadt des römischen Reiches, um auch dort als Hochschullehrer zu arbeiten. Im Kontakt mit dem dortigen Bischof Ambrosius wandelte sich sein Leben, er ließ sich in der Osternacht 387 taufen, kehrte nach Afrika zurück, verkaufte sein Vermögen und lebte für drei Jahre mit Gleichgesinnten in klosterähnlicher Weise. 391 zum Priester geweiht, 395 Bischof von Hippo Regius, dem heutigen algerischen Annaba, war er ein begeisternder Prediger mit großem Einfluss weit über seine Diözese hinaus. Aus der von ihm für das Frauenkloster seiner Stadt verfassten Regel entstanden die Regeln für die sich in den kommenden Jahrhunderten weit verbreitenden Zweige des Augustinerordens. Überliefert sind fast 1.000 seiner Predigten, 113 Bücher, dazu 218 Briefe. Unter seinen vielen theologischen Schriften gehören seine „Bekenntnisse“ (Confessiones) zu den einflussreichsten autobiographischen Texten der Weltliteratur. Seine Theologie wirkte auch auf die theologischen Schriften des heutigen Papstes. Augustinus starb 430 während der Belagerung Hippos durch die Vandalen, sein Grab befindet sich in der Kirche San Pietro in Ciel d’Oro in Pavia/Norditalien. Sein Gedenktag ist der 28. August. Dargestellt wird er mit einem Buch oder flammendem Herz, er gilt als Patron der Theologen, Buchdrucker und Bierbrauer. Seine Mutter Monika liegt in der Kirche Sant‘ Agostino zu Rom begraben. Ihr Gedenktag wurde 1969 auf den 27. August festgelegt.
Augustinerorden: Papst Leo XIV. gehört zum Orden der Augustiner, einem traditionsreichen katholischen Orden mit mehr als 750-jähriger Geschichte. Der Ordo Fratrum Sancti Augustini (OSA) geht in seiner geistlichen Ausrichtung auf den Kirchenvater Augustinus von Hippo (354-430) zurück, der eine Ordensregel verfasste, die als die älteste der westlichen Kirche gilt. Die eigentliche Gründung des heutigen Ordens erfolgte 1256 durch Papst Alexander IV. mit der Bulle Licet Ecclesiae, die mehrere bereits nach der Regel des heiligen Augustinus lebende Eremitenverbände vereinigte. Das sollten sie aber nun nicht mehr in der Einsamkeit, sondern in den Städten tun und das Wort Gottes durch Predigt und Schriftauslegung verkünden. Mittelpunkt des wissenschaftlichen Strebens im Orden war das 1259 gegründete Pariser Kloster mit seinem später der Universität eingegliederten Studienhaus. Im Augustinerorden gab es keinen Statusunterschied zwischen Priestern und Laienbrüdern und bereits Ende des 13. Jahrhunderts war er in bis zu 24 Provinzen organisiert, mit Klöstern von Irland bis Zypern, Zentren des Ordens waren unter anderem Erfurt, Köln, Wien und Paris. Während der Blütezeit im 16. Jahrhundert unterhielt der Orden rund 2.000 Mönchs- und 300 Frauenklöster mit etwa 35.000 Mitgliedern.
Besonders beliebt wurde der Orden im deutschen Sprachraum. Hier wurde 1256 das erste Kloster namens Marienthal in der Nähe von Wesel im Wald beim Dörfchen Beylar gegründet und Ende des 13. Jahrhunderts gab es bereits etwa 80 Klöster. Wirkmächtigster Augustiner-Eremit wurde Martin Luther (1483-1546).
Er trat 1505 dem Erfurter Augustinerkloster bei. Die Reformation führte allerdings in Deutschland zur Auflösung zahlreicher Konvente des Ordens: Insgesamt gingen von 160 Augustinerklöstern der deutschen Provinzen, zu denen auch die heutigen Niederlande gehörten, 69 dem Orden verloren. Im 18. Jahrhundert erlebte der Orden seine größte Ausdehnung. Um 1750 gab es etwa 20.000 Mitglieder, die in 1.500 Konventen lebten. Hinzu kamen etwa 200 Nonnenklöster, in denen die Bewohnerinnen ein kontemplatives Gebetsleben führten.
In der französischen Revolution und der durch Napoleon seit 1802 in Deutschland veranlassten Säkularisation erlitt der Orden dann vernichtende Verluste. Aus den „Augustiner-Eremiten“ wurden 1963 die „Augustiner“. 1979 hatte der Orden 28 Provinzen mit 483 Häusern. Heute ist der Augustinerorden weltweit in rund 50 Provinzen, Vikariaten und Delegaturen organisiert. Etwa 2.600 Ordensmitglieder engagieren sich in Seelsorge, Bildung, Mission und wissenschaftlicher Arbeit. Wichtige akademische Einrichtungen sind das „Institutum Patristicum Augustinianum“ in Rom, die Universität Villanova in den USA sowie das Augustinus-Institut in Würzburg. In Deutschland gibt es derzeit acht Konvente, wobei nur sieben der Deutschen Augustinerprovinz zugeordnet sind: Kloster Würzburg mit den Konventen St. Augustin (seit 1279) und Maria vom Guten Rat (seit 2008), Kloster St. Michael Münnerstadt, seit 1652 (vorher 1279–1525), Konvent St. Josef Münnerstadt, seit 1902, Kloster St. Rita Berlin-Reinickendorf, seit 1929, Kloster Maria Eich Planegg, seit 1953, Konvent St. Martin von Tours Erfurt, seit 2019, Gästehaus Zwiesel, seit 1962 (dem Regionalvikariat Österreich zugeordnet).

