INFO: Kürzer kann der Advent nicht sein. In diesem Jahr fallen wieder der vierte Advent und Heiligabend zusammen. Die vorweihnachtliche Zeit dauert ganze 22 Tage – im vergangenen Jahr waren es 28. Die Weihnachtsgeschenke liegen also bereits am vierten Adventssonntag unter dem Tannenbaum. Für den Handel, aber auch für alle, die nach Geschenken suchen, bedeutet das gefühlt mehr Zeitdruck. Auch Theater, Chöre und Musikensembles müssen sich auf weniger Aufführungstage und mehr Konkurrenzveranstaltungen einstellen. Grund dafür ist, dass Weihnachten zu den unbeweglichen Feiertagen im Kalender gehört. Heiligabend ist immer am 24. Dezember, der Wochentag kann dagegen variieren. Zugleich ist kirchlich festgelegt, dass die Vorbereitungszeit auf Weihnachten vier Sonntage umfassen muss. Der Advent hat also mindestens 22 und höchstens 28 Tage.
Der Decke Pitter: 24 Tonnen wiegt sie – soviel wie 6 bis 7 Nashörner. Oder eben so viel wie ein großer Mähdrescher. Das gehört zu den Fun-Facts am Jubiläum. Doch mit ihrem tiefen, wummernden Sound übertrifft sie alle und alles: 3,20 Meter hoch, 3,22 breit und 24 Tonnen schwer: ein wahrer Koloss. Vor 100 Jahren, am 5. Mai 1923, wie ursprünglich geplant und wie in der Inschrift der Glocke zu lesen -, wurde die Petersglocke des Kölner Doms im thüringischen Apolda gegossen. Mit einem Durchmesser von 3,22 Metern und einem Gewicht von 24 Tonnen war sie bis Ende des 20. Jahrhunderts die größte freischwingende Glocke der Welt. Ihre berühmte Vorgängerin, die 1874 von Andreas Hamm in Frankenthal gegossene Kaiserglocke, wurde während des Ersten Weltkriegs noch 1918 zerlegt, um sie für Rüstungszwecke einzuschmelzen.
Als aus der Kölner Bürgerschaft 1921/22 der Guss mit dem Schlagton eines reinen ‚C‘ angeregt wurde, gab es nur eine Firma, die sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligte: Die Firma Ulrich in Apolda wurde vom Metropolitankapitel beauftragt. Am 15. Januar 1922 baten Erzbischof Karl Joseph Kardinal Schulte, Oberbürgermeister Konrad Adenauer und zahlreiche weitere Persönlichkeiten den Reichskanzler Constantin Fehrenbach um „kostenlose Überweisung des Metalls für einen neuen Guß“. Am 5. Mai 1923 konnte dieser mit enormen technischen Schwierigkeiten ausgeführt werden und am 30. November 1924 wurde die fertige Glocke von Erzbischof Kardinal Joseph Schulte vor dem Hauptportal des Domes auf den Namen der Dompatrons geweiht. Der Schmuck mit zahlreichen Inschriften, figürlichen Darstellungen und Wappen zeigt nach der Erfahrung des 1. Weltkrieges u.a. den Spruch: „St. Peter bin ich genannt, schütze das deutsche Land. Geboren aus deutschem Leid ruf ich zur Einigkeit.“ Zum Erklingen kam „Der decke Pitter“ wegen technischer Schwierigkeiten erstmals jedoch erst am 28.Oktober 1925. Mehr: https://www.koelner-dom.de/erleben/petersglocke
Hohe Domkirche Sankt Peter und Sancta Maria“: Bereits an der Nordostecke der römischen Legionsstadt Colonia Agrippina gab es eine Vielzahl an Tempeln, Heiligtümern, Weihe- und Kultstätten. Um 300 n.Chr. baute dort der Kölner Bischof Maternus die erste christliche Kirchenanlage. Als sein späterer Nachfolger Rainald von Dassel 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln brachte, entwickelte sich die Stadt e zu einem der großen abendländischen Wallfahrtsorte. Die für die Reliquien gebaute Kathedrale – Erzbischof Konrad von Hochstaden legte am 15. August 1248 den Grundstein – sollte das größte Bauwerk nördlich der Alpen werden. Gebaut wurde bis 1560, als der Bau aus Mangel an Kapital und Interesse der Bürger beendet wurde. Mit neuer Begeisterung nahm man 1842 den Bau wieder auf. 1863 war das Innere fertiggestellt, die beiden 1880 vollendeten Türme waren das höchste Bauwerk der Erde. Der Domschatz in den unterirdischen Gewölberäumen des 13. Jahrhunderts an der Nordseite des Domes zeigt kostbare Reliquiare, liturgische Geräte und Gewänder, Insignien der Erzbischöfe und Domgeistlichen vom 4. bis zum 20. Jahrhundert, mittelalterliche Skulpturen und fränkische Grabfunde. Die wechselvolle Geschichte der Kölner Kathedrale präsentiert sich in dieser einzigartigen Kombination von historischen Gewölberäumen mit Resten der römischen Stadtmauer, Säulen vom Vorgängerbau des Domes, moderner Architektur und der neuartigen Präsentation des Domschatzes.
Das für den 15.08.1948 angesetzte Fest zur 700-Jahr-Feier der Grundsteinlegung fand kurz nach dem Krieg weltweite Beachtung und galt für Köln als eine Art Wiederauferstehung aus den Trümmern. Der gesamte Innenraum wurde nach Behebung der Kriegsschäden 1956 wiedereröffnet. Zur 750-Jahr-Feier wurde der Dom offiziell in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die größte Kirche Deutschlands ist mit ihren 157,38 Metern Höhe nach der Moschee von Casablanca in Marokko mit 172 Metern und dem Ulmer Münster mit 162 Metern das dritthöchste Gotteshaus der Welt. Allmählich richten sich die Blicke schon auf das Jahr 2030. Dann nämlich wird der Kölner Dom seit 150 Jahren vollendet sein. Links: www.koelnerdom.de , www.dombau-koeln.de .
Unser Gesprächspartner: Monsignore Robert Kleine, Kölner Stadt- und Domdechant, 1967 in Neuss geboren, seit 1993 Priester, 1997-2004 Domvikar und Schulseelsorger an der Domsingschule. 2004 Leiter der Abteilung Erwachsenenseelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat, Diözesanfrauen- und Diözesanmännerseelsorger sowie Präses des Diözesanverbandes der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Seit 2006 Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat, 2012 Vorsitzender des Bildungswerks der Erzdiözese Köln und Domdechant, seit dem 1. September 2012 Kölner Stadtdechant und Vorsitzender des Caritasrates. Kontakt: Domkloster 3, 50667 Köln, Tel. 0221 / 92 58 47-70, E-Mail: presse@katholisches.koeln.
- AM231223.mp3

