INFO: Mehrere Jahrestage bietet der diesjährige November in der Geschichte der Don Bosco-Bewegung: Vor 200 Jahren, heißt es, habe der spätere Ordensgründer Giovanni Bosco als Neunjähriger seinen sogenannten „Berufungstraum“ gehabt. Er begleitete ihn sein ganzes Leben lang. Im November vor 190 Jahren, 1835, trat ins Priesterseminar von Chieri ein, um Philosophie und Theologie zu studieren. 40 Jahre später, im November 1875, gründete er sein erstes Haus außerhalb Italiens in Nizza in Frankreich, zugleich gab es vor 150 Jahren erste Missionsaussendung nach Argentinien unter Führung von Johannes Cagliero. Kurz zuvor hatte sich auch ein weiblicher Ordenszweig gegründet, der ebenfalls in die Welt ausschwärmte. Gründerin war Maria Mazarello, die mit Don Johannes Bosco auf der ganzen Welt Spuren hinterließ.
Hl. Maria Domenica Mazzarello: Maria Mazzarello wurde 1837 als Älteste von 10 Geschwistern in Mornese, einem Dorf im Piemont in der Nähe von Alexandrien, geboren. Sie arbeitete in den gepachteten Weinbergen der Familie und half bei der Betreuung und Erziehung der Geschwister. Schon als Jugendliche trat sie den „Töchtern der Immakulata“ bei, einer Gruppe von jungen Frauen, die miteinander beteten, die Schriften Teresa von Avilas lasen und sich für die Mädchen und die Familien im Dorf einsetzten. Während einer Typhus-Epidemie pflegte Maria die Familie ihres Onkels. Alle überlebten die schwere Krankheit, doch Maria selbst erkrankte und hatte nach ihrer Genesung keine Kraft mehr für schwere körperliche Arbeit.
Mit einer Freundin beschloss sie, den Beruf der Schneiderin zu erlernen, im Dorf eine Nähschule für Mädchen zu gründen und nahm die ersten Mädchen ganz in ihr Haus auf. 1864 lernte Maria Mazzarello Don Bosco kennen. Sie war sofort von ihm begeistert, denn sie erkannte, dass er im Großen tat, was sie im Kleinen versuchte. Daher war sie 1872, nach einer Anfrage Don Boscos an die Töchter der Immakulata, wirkliche Ordensfrauen zu werden, sofort bereit, der neuen Gemeinschaft beizutreten. Sie wurde zur ersten Oberin der „Töchter, Mariä Hilfe der Christen“ (Figlie di Maria Ausiliatrice – FMA, im deutschen Sprachraum heute „Don Bosco Schwestern“ genannt) gewählt und war die formende Kraft der neuen Schwesterngemeinschaft. Maria Mazzarello starb mit 44 Jahren am 14. Mai 1881 und wurde am 24. Juni 1951 heiliggesprochen.
Don Bosco Schwestern weltweit: Rund 11.000 Don Bosco Schwestern wirken in 98 Ländern. Dabei gibt es 67 sogenannte Provinzen und 5 Visitatorien (verschiedene Verwaltungseinheiten) in mehr als 1.300 Gemeinschaften. Das Generalat befindet sich in Rom. Internet: https://www.cgfmanet.org/. Deutschsprachige Provinz der Don Bosco Schwestern, Provinzialat, Schellingstraße 72, 80799 München, +49 89 38 15 80-163, E-Mail senden, Internet: https://www.donboscoschwestern.net/
Salesianer Don Boscos (SDB)
Der Turiner Priester, Ordensgründer, Erzieher und „Sozialarbeiter” Don Giovanni Bosco (*16. August 1815 in Becchi/Castelnuovo bei Turin, † 31. Januar 1888 in Turin) gehört neben Adolph Kolping, Paul Josef Nardini und vielen anderen zu den großen Sozialaposteln des 19. Jahrhunderts. In dem Spruch „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen” – spiegelt sich die Grundhaltung seines Lebens und seiner erzieherischen und pastoralen Tätigkeit. Er sammelte in Turin hilfsbedürftige Mädchen und Jungen und bemühte sich um ihre schulische, berufliche und religiöse Bildung.
Trotz großer Schwierigkeiten mit kirchlicher und staatlicher Obrigkeit gewann Don Bosco dazu viele Mitarbeiter und gründete 1859 die Salesianer Don Boscos (lat. Societas Sancti Francisci Salesii, Abk. SDB, „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“) und gab seinen Priestern und Brüdern eine 1874 von Papst Pius IX. anerkannte Lebensregel, die 1874 – vor 150 Jahren – von Papst Pius IX. anerkannt wurde. Seine neu gegründete Ordensgemeinschaft nannte er „Salesianer“, denn zeitlebens war Don Bosco von Franz von Sales fasziniert, dessen Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit für ihn zu wichtigen Bestandteilen seines pädagogischen Engagements wurden.
1872 gründete er gemeinsam mit der später heiliggesprochenen Maria Mazzarello die Ordensgemeinschaft der Töchter Mariens, Hilfe der Christen (Don-Bosco-Schwestern); Ziel beider Vereinigungen war Erziehung und Fürsorge armer und benachteiligter Jugendlicher. Schon 1875 gab es eine erste Missionsexpedition nach Argentinien, 1876 eine zweite, 1876 gründete Bosco die noch im selben Jahr kirchlich bestätigte Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter, die heute den Namen Salesianische Mitarbeiter Don Boscos (SMDB, ital. Abkürzung ACS) trägt. Ab 1876 bestanden Stützpunkte in Uruguay, 1883 in Brasilien und 1887 in Chile. Bis heute sind die Salesianer Don Boscos besonders in Südamerika breit vertreten. Bis zu Boscos Tod 1888 hatten die Salesianer 250 Häuser in Europa und Lateinamerika eröffnet, die ab 1846 rund 130.000 Jungen aufnahmen und rund 18.000 Lehrlinge ausbildeten. Bis 1888 entschieden sich rund 6.000 dieser Jugendlichen, Priester zu werden.
1934 wurde Don Bosco von Papst Pius XI. (1922–1939) heiliggesprochen. Sein Gedenkfest ist am 31. Januar. Als zweitgrößter Männerorden und drittgrößte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche engagiert sich die Gemeinschaft heute mit über 16.000 Mitgliedern, über 1.700 Niederlassungen in ca. 85 Provinzen, in weltweit etwa 130 Ländern für rund 16 Millionen benachteiligte Kinder und Jugendliche. Zur weltweiten Website der SDB. Schätzungen zufolge werden die Salesianer Don Boscos bei ihrer Arbeit mit rund 16 Millionen Jungen und Mädchen von rund 150.000 haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitern (z. B. Lehrern und Sozialarbeitern) unterstützt.
Die Salesianer in Deutschland: Nach Deutschland kamen die ersten Salesianer 1916 und gründeten in Würzburg ihre erste Niederlassung. Derzeit sind rund 400 Ordensangehörige in der Deutschen Provinz mit Sitz in München zusammengeschlossen. Der Orden unterhält bundesweit 35 Einrichtungen der Erziehungshilfe und Berufsbildung, Schulen, Jugendwohnheime und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in Brennpunktgebieten. Im oberbayerischen Benediktbeuern befindet sich ein Aktionszentrum, eine Jugendherberge sowie das Zentrum für Umwelt und Kultur, in Bonn arbeitet die Missionsprokur. Die Salesianer beschäftigen in Deutschland rund 1.600 Mitarbeiter. Internet: https://www.donbosco.de/
Die DON BOSCO MISSION, 1969 gegründet, finanziert Hilfsprojekte durch Spenden, Fundraising und Beiträgen verschiedener christlicher Hilfswerke und Diözesen, z. B. Misereor, päpstliches Kinderhilfswerk. 148.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter (z.B. Lehrer, Sozialarbeiter) betreuen rund 16 Millionen Mädchen und Jungen in 1.800 Niederlassungen weltweit. Weltweit betreiben die Salesianer 741 Grundschulen, 1085 Sekundarschulen, 138 technische Gymnasien und 778 Berufsausbildungszentren.
Kontakt: DON BOSCO MISSION, Sträßchensweg 3, 53113 Bonn, Tel. 0228 / 539 65-0, Fax 0228 / 539 65-65, Spendenkonto: IBAN DE92370601930022378015, BIC GENODED1PAX, Pax Bank. Mehr: http://www.donboscomission.de, www.donbosco.de, www.come-to-bosco.eu.
--
Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de- Salesianerin: Schwester Mary John macht Mut

