INFO: Emma Üffing war das fünfte von sieben Kindern. Sie wuchs auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Halverde auf. Schon als kleines Mädchen litt sie an Rachitis, einer Störung des Knochenstoffwechsels, die sie körperlich schwächte. 1931 begann Emma Üffing eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin in der Küche des St.-Anna-Krankenhauses in Hopsten. Die Oberin dort hieß Schwester Euthymia und soll ihr Vorbild gewesen sein. Drei Jahre später bat Emma Üffing um Aufnahme bei den Clemensschwestern, woraufhin sie Postulantin wurde und mit ihrer Einkleidung am 2. Oktober 1935 ins Noviziat ging, das am 11. Oktober 1936 mit den zeitlichen Gelübden endete. Sie erhielt den von ihr gewünschten Namen Schwester Maria Euthymia. Einen Monat später wurde sie an das St.-Vinzenz-Hospital in Dinslaken versetzt. 1939 bestand sie die Prüfung zur Krankenschwester und am 15. September 1940 legte sie ihr ewiges Gelübde ab. Während des Zweiten Weltkrieges war Euthymia für die Pflege der ansteckend erkrankten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter zuständig. Von ihnen erhielt sie den Beinamen „Engel der Liebe“. Nach Ende des Krieges wurde sie Leiterin der Krankenhauswäscherei. Die Pflege aufgeben zu müssen, fiel ihr sehr schwer. 1948 wechselte sie zurück ins Mutterhaus nach Münster und übernahm auch dort die Leitung der Wäscherei. Nach einem Schwächeanfall im Juli wurde bei Schwester Euthymia Krebs diagnostiziert, an dem sie am 9. September 1955 starb.
Am offenen Sarg soll eine ihrer Mitschwestern, deren Hand in eine Bügelmaschine gekommen war und starke Verbrennungen und Quetschungen erlitten hatte, um Fürbitte gebeten haben. Die Hand soll innerhalb kurzer Zeit vollständig geheilt sein. Dieses Ereignis war die Grundlage des zwei Jahre später beantragten Seligsprechungsprozesses. Am 7. Oktober 2001 wurde Schwester Euthymia in Rom von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Über sie sagt Münsters Bischof Dr. Heiner Wilmer:
Schwester Maria Euthymia, sagt Wilmer, stehe für etwas, das heute mehr denn je gebraucht werde: „Schwester Euthymia steht für eine radikale Menschenfreundlichkeit. In einer Zeit, in der Menschen ausgegrenzt und abgewertet werden, in der Fremdenhass wächst – setzt sie ein anderes Zeichen.“ Schwester Euthymia stehe für eine Kirche, die nicht herrscht, sondern dient. Für Vertrauen statt Kontrolle. Für Wertschätzung statt Bewertung. Schwester Euthymia stehe für die laute Stille der prophetischen Stimme und beherztes Handeln. Für Wilmer steht die Selige „für Vertrauen statt Kontrolle. Für Wertschätzung statt Bewertung. Ja, sie konnte sogar im Feind das Antlitz Gottes sehen. Diese Frau inspiriert mich. Sie hat mich geprägt. Und sie wird mich weiter begleiten.“
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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für die Verkündigungssendung "Augenblick mal" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de- Schwester Euthymia – 25 Jahre Seligsprechung
