Pressemitteilung

Zuflucht

  • 01.05.2026


Heute Morgen geht’s im „Augenblick mal!“ um ein krasses Thema: Theresa Demski erzählt von einer jungen Frau, die schwanger geflüchtet ist und im Kirchenasyl lebt. Sehr besonders an der Geschichte: Die Frau wird ihr Kind im Gemeindehaus zur Welt bringen. Aber keine Sorge, die Gemeinde hat Spenden gesammelt und für die bestmöglichen Bedingungen einer Hausgeburt und der Betreuung von Mutter und Kind gesorgt.

 

Zum Nachlesen:

Im Kirchenasyl in der Nachbargemeinde lebt eine hochschwangere Frau. Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Ihre Familie duldete ihre Ehe nicht und drohte ihr und ihrem Mann mit dem Tod. Also haben sich die beiden auf den Weg nach Europa gemacht. Weil sie an den EU-Außengrenzen gewaltvoll gezwungen wurden, Asyl zu beantragen, bleibt ihnen diese Möglichkeit in Deutschland nun aber fürs erste verwehrt.

Und dann stand sie vor den Türen der Gemeinde und bat in ihrer Verzweiflung um Hilfe. Sie wusste: Sie würde Hilfe brauchen, um ihr Kind zur Welt zu bringen. Ihr Mann tauchte unter und sie bekam Kirchenasyl. Sie sprach selten, traute niemandem. Ihr Bauch wuchs immer weiter und ganz langsam blühte sie auf. Mit Hilfe des Übersetzungsprogramms auf ihrem Handy begann sie sich zu verständigen. Und manchmal sitzt sie jetzt auf einem Stuhl in der Kirche direkt unter dem Kreuz, mit ihrem Kopftuch und den Rückenschmerzen und streicht über ihren dicken Bauch.

Die Gemeinde hat eine Möglichkeit gefunden, dass sie ihr Kind im Gemeindehaus zur Welt bringen kann. Trotz der verfahrenen Situation blitzt jetzt gelegentlich etwas Hoffnung auf dem Gesicht der Frau auf. Und ich denke: Wie wichtig ist dieser Ort, um Luft zu holen. Wie wichtig ist dieses Gemeindehaus für diese Frau und ihr ungeborenes Kind.

Wer die Ehrenamtlichen in der Gemeinde auf ihr Engagement anspricht, der ahnt, dass es viel zu tun gibt, dass die Arbeit aufreibend und auch zeitaufwändig ist. Dass auch mal gemeinsame Tränen fließen. Aber ihre Botschaft ist immer eindeutig: So wollen wir als Gemeinde sein – ein Ort der Zuflucht, an dem Menschen echten Trost und Ruhe finden können. Und das gilt für den Gottesdienstbesucher am Sonntagmorgen genauso wir für die schwangere Frau auf der Flucht.

Theresa Demski von der Evangelischen Kirche für „Augenblick mal!“

 

Mehr Informationen zum Thema Kirchenasyl gibt es hier.

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