Ich mag sie, diese Zeit zwischen den Jahren. Die Geschenke sind ausgepackt, das leckere Essen verdaut und bis zum Jahreswechsel ist es nicht mehr weit.
In dieser Zwischenzeit bewegt sich die Welt irgendwie langsamer. Und ich mache mit. Schlafe länger, ruhe mich aus, mache Dinge, die mir guttun. Noch einmal auf den Weihnachtsmarkt gehen, Freunde treffen, ein Buch lesen, einen Film anschauen, spazieren. Manchmal stöbere ich auch in alten Sachen und überlege, was behalte ich, was nehme ich mit ins neue Jahr und was kann weg?
Was ich aufhebe oder was ich lösche, wegwerfe – das sagt viel weniger etwas über die Sache selbst aus als vielmehr über mich. Von dem einen kann ich mich lösen, am anderen halte ich mich noch fest. Das ist so eine Art Inventur im persönlichen Leben.
Und genau dafür brauche ich diese Entschleunigung, diese Zwischenzeit.
Denn nur wenn ich mal richtig Ruhe habe, merke ich: Ich kann nicht auf Dauer alles behalten, dann wird es mir zu einer Last, die mich lähmt und nicht mehr beweglich sein lässt. Aber gar nichts zu behalten, alles auf einmal zu entsorgen – das führt zu Bindungslosigkeit und Einsamkeit.
Ich muss gut überlegen, bei mir selbst sein, schauen, was mir wirklich wichtig ist und mich trägt. Das dauert. Wie gut, dass ich es dafür im Leben solche Zeiten gibt
„Alles im Leben hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“, steht in der Bibel. Und jetzt darf ich einfach mal langsam sein und nach mir schauen – und das wünsche ich Euch auch.
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